Sektion des Monats

Herbstkonferenz 2020

Als wir Sie am 19. Oktober 2020 zur jährlich stattfindenden Zusammenkunft der Sektionen und zugehörigen Ausstellungshäuser ins Kunstmuseum Olten eingeladen haben, bestand zumindest die Hoffnung, dass sich die Ausbreitung der Pandemie abschwächen würde und wir die für den 5. November 2020 geplante Herbstkonferenz durchführen könnten. Die in den letzten Wochen ungebremst steigenden Ansteckungszahlen haben diese Hoffnung allerdings zerschlagen und die Behörden veranlasst, die Schutzkonzepte und Schutzmassnahmen auszuweiten mit dem Ziel, die sozialen Kontakte auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir unsere diesjährige Zusammenkunft leider absagen und hoffen, dass wir sie im Herbst 2021 nachholen können.
Wir hatten die Verantwortlichen von drei Mitgliedsektionen und der zugehörigen Austellungshäuser gebeten, uns in kurzen Einführungsreferaten zu schildern, wie sie in den letzten Monaten mit der Corona-Krise umgegangen sind. Die Gedanken und Ausführungen von zwei Sektionen liegen jetzt in schriftlicher Form vor:

Kunstverein und Kunstmuseum St. Gallen

Lesen Sie hier das Referat von Nadia Veronese, Leiterin Kunstverein und Kuratorin Kunstmuseum St. Gallen. Sie zeigt einige Projekte auf, die der Kunstverein und das Kunstmuseum St. Gallen in dieser aussergewöhnlichen Zeit der Corona-Pandemie  anbieten. 
Lesen Sie hier das Referat von Nadia Veronese

Hier finden Sie zwei Beispiele aus St.Gallen:

Pipilotti Rist, Das Eigenleben der Kleider fluten, 2020, Videoinstallation mit zwei Projektoren im Ladengeschäft von Mode Weber, ortsspezifische Intervention ab Dämmerung

Another Long Evening

Inspiriert vom melancholischen Instrumentalsong another long evening der US-amerikanischen Performerin und Musikerin Laurie Anderson, entwickelte Nadia Veronese, Kuratorin am Kunstmuseum St.Gallen und Leiterin des Kunstvereins St.Gallen, das gleichnamige Projekt, das den aussergewöhnlichen Alltag unmittelbar mit bildender Kunst konfrontieren sollte. Mit dem Schaufensterprojekt another long evening fördert der Kunstverein das zeitgenössische Kunstschaffen. Im öffentlichen Raum der St.Galler Innenstadt wurden Kunstwerke zugänglich, die in der individuellen Abkapselung im Atelier entstanden sind und nun in die Öffentlichkeit drängen. 

Edition der Künstlerin Doris Naef

«Unterstützen Sie Kunstschaffende in finanzieller Not» – Dies ist ein Aufruf, der mit einem grosszügigen Engagement der Künstlerin Doris Naef einhergeht. In Zusammenarbeit mit dem Seifenmuseum in St.Gallen hat sie eine Serie von Seifen als Edition realisiert. Das Set aus vier unterschiedlichen Seifen, die jede einer Künstlerin oder einem Künstler gewidmet sind (Odilon R., Sophie T., Marcia H. und Richard S.), sind mit „STOP CORONA“ und einer Zeichnung des Virus gestempelt. Die Seifenstücke werden einzeln oder in einer von der Künstlerin signierten 4-er Edition über den Kunstverein vertrieben. Der Erlös wird vollumfänglich über den Berufsverband visarte.ost an Künstlerinnen und Künstler in Not verteilt. 

Kunstverein und Kunsthaus Baselland

Neuartige Kunstvermittlung in Zeiten der Pandemie; Referat von Marina Meijer, Präsidentin Kunstverein Baselland
Wie alle kulturellen Institutionen in der Schweiz waren und sind auch das Kunsthaus Baselland und sein Träger der Kunstverein Baselland von den Massnahmen betroffen, die die Bekämpfung der Ausbreitung des Virus erfordert. Das Kunsthaus Baselland hat noch vor den Schliessungen auf die neue Situation äusserst kreativ reagiert und trotz des sehr kleinen Teams von vier Personen (Direktion, Assistenz, Vermittlung, Praktikant) sofort verschiedene Massnahmen ergriffen. Alle Formate sollten den Zugang zur Kunst nicht nur unseren Mitgliedern, sondern einer breiten Öffentlichkeit offenhalten und die aktuellen, verlängerten Ausstellungen der Künstler und Künstlerinnen umfangreich vermitteln. Dies ist auch jetzt wichtigstes Ziel im Rahmen der neuerlichen Einschränkung des kulturellen Lebens. Ein kurzer Rückblick zu verschiedenen Aktionen von März bis heute. Lesen Sie mehr …

Auch jetzt, mit einer ähnlichen Situation wie im Frühjahr, hat das Kunsthaus erneut eine Reihe der erfolgreichen Vermittlungsformate wieder aufgegriffen:

Quarantine-Line. Kunstinspiration für Zuhause im 10-Tage-Abo

Quarantäne, Lockdown, Vorsichtsmassnahmen. Wie immer diese Tage aktuell für jeden einzelnen aussehen mögen und müssen, wir möchten Ihnen über den Zeitraum von jeweils 10 Tagen täglich persönlich einen künstlerischen Input zukommen lassen — sei es ein kurzer Text, ein kreatives Kurzvideo oder eine kleine Bildauswahl. Probieren Sie es aus und melden Sie sich hier an.

Kulturtelefon - unsere Kunsthotline

Nächste Termine: 5. und 12. November 2020

Wir rufen Sie an! Ab November bieten wir Ihnen wieder die Möglichkeit, jeden Donnerstagmorgen zwischen 10 und 12 mit uns für ca. 10 Minuten über ein Kunstwerk aus den aktuellen Ausstellungen von Sharif Waked und Thu Van Tran zu sprechen. Diese werden wir jeweils am Vortag auf unserer Website veröffentlichen. Dieses Vermittlungsangebot gibt es seit dem 14. März und es hat inzwischen schon weite Kreise gezogen, über Grenzen hinweg. Danke für eine kurze Anmeldung via Mail oder Telefon bis 17 Uhr am Vortag unter Tel. 061 312 83 88 (auch Anrufbeantworter) zwecks Koordination.

Kunstbulletin

Im Weiteren wollte Ihnen Claudia Jolles Einblick in die Funktionsweise der neuen App «artlist by Kunstbulletin» geben:

artlist.net — Kunstbulletin lanciert App zu Kunst im öffentlichen Raum

Kunstbulletin erweitert sein Rechercheportal artlog.net  mit der neu lancierten App artlist.net.
Die App ermöglicht einen schnellen, zeitgemässen Zugriff zu aktuellen Ausstellungsdaten sowie zu Kunstwerken im öffentlichen Raum. Alle Inhalte sind mit einer mobilen Karte verlinkt. Die App ist kostenlos, zudem können die Nutzer die App ohne Registrierung verwenden und müssen keine persönlichen Daten hinterlegen. Die Inhalte der App werden von der Redaktion des Kunstbulletins sowie von öffentlichen und privaten Kulturförderstellen zur Verfügung gestellt. Die App ist als Progressive Web App (PWA) konzipiert. Sie wird nicht über den App-Store vertrieben, sondern kann über den Browser angewählt und mit einem Icon auf dem eigenen Bildschirm verankert werden. 

Weihnachtsaktion: Verschenken Sie Erhellendes – mit einem vergünstigten Geschenkabo von Kunstbulletin

Denken Sie daran, Kunstbulletin macht Kunst sichtbar und ist ein tolles Geschenk, dass 10x im Jahr Freude bereitet.

Hier können Sie das Geschenkabo bestellen.

Kunstverein Oberwallis

Schliesslich wollte Reinhard Eyer, den vom Kunstverein Oberwallis initiierten «Virtuellen Kunstraum Oberwallis» präsentieren:

Reinhard Eyer, Präsident Kunstverein Oberwallis: «Der Kunstverein Oberwallis geht online»

Wir haben uns vor 4 Jahren die Frage gestellt, wie wir das Walliser Kunstschaffen der Bevölkerung näherbringen können. Ein reales Museum konnten wir uns nicht leisten. Da sind wir auf die Idee gekommen, unser Museum einfach da aufzubauen, wo sich die Leute heute sowieso am meisten informieren, nämlich im Internet. Entstanden ist ein Kunstraum, in dem wir heute schon über 500 Werke von Walliser Kunstschaffenden zeigen und aus diesem Fundus Ausstellungen kreieren. Mehr dazu …

Jetzt – da wegen Corona unsere Galerien geschlossen bleiben – verlegen wir unsere Ausstellungen ganz in diesen virtuellen Raum.
 

November 2020: Im November stellen wir Stefanie Salzmann vor, die aus heimischer Schafwolle Werke kreiert. Teil der Ausstellung ist ein Kunstprojekt mit Schafwolle, bei dem interessierte Besucher zuhause über Videoanleitungen der Künstlerin selber Werke erstellen können. Mehr dazu…

Dezember 2020: Eigentlich wollten wir mit einer Ausstellung in Saas-Fee den Touristen den einheimischen Maler Werner Zurbriggen näherbringen. Wegen Corona gestalten wir jetzt diese Ausstellung in unserem virtuellen Kunstraum. In Saas-Fee dürfen wir am Kirchturm ein grosses Plakat anbringen mit einem QR-Code, über den die Touristen mit dem Handy direkt in diese Ausstellung gelangen können.

Januar 2021: Anfangs Jahr bieten wir den Walliser Kunstschaffenden eine spezielle Plattform. Sie können mit je einem Werk den Besuchern zeigen, woran sie gerade arbeiten.

All das ist zu sehen im virtuellen Kunstraum des Kunstvereins Oberwallis.