Kunsthaus Zug

Das Kunsthaus Zug ist seit 1990 in einer vom Architekten Franz Füeg umgebauten - und aktuell frisch sanierten und mit einer neuen Beleuchtungsanlage ausgestatteten - Anlage des 16. Jh. in der oberen Altstadt von Zug untergebracht. Vier bis fünf massgeschneiderte Projekte im Jahr widmen sich der Kunst der Gegenwart und der klassischen Moderne. Wert gelegt wird auf interdisziplinäre Bezüge zu Musik, Literatur, Architektur, Mode etc.

www.kunsthauszug.ch

Die Sammlung

Egon Schiele, Selbstporträt mit an die Brust gelegten Händen, 1910, Stiftung Sammlung Kamm

1998 gelangten die Bestände der Stiftung Sammlung Kamm ins Kunsthaus, die bedeutendste Kollektion der Wiener Moderne in Europa ausserhalb Österreichs (Gustav Klimt, Richard Gerstl, Josef Hoffmann, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Fritz Wotruba u.v.a.). Weitere Sammlungsschwerpunkte sind Schweizer Kunst der Bereiche Surrealismus und Fantastik, der figurativen Plastik sowie Kunst von namhaften Künstlerinnen und Künstlern der Region (Josef Herzog, Hans Potthof, Jean-Frédéric Schnyder, Annelies Štrba, Hannah Villiger u.a.). 2009 schenkten Peter und Christine Kamm dem Kunsthaus Zug die grösste Roman Signer-Sammlung. 2013 überreichte ihm der ungarische Schriftsteller und Fotograf Péter Nádas das fotografische Gesamtwerk. Die Schenkung von Sonja Graber und Christian Graber durfte das Kunsthaus Zug 2015 in Empfang nehmen. Sie umfasst 170 Werke der drei international renommierten Schweizer Kunstschaffenden Adrian Schiess, Bernhard Schobinger und Annelies Štrba. Aus Platzgründen ist die vielfältige Sammlung nicht permanent zu sehen.

Projekt Sammlung

Mit „Projekt Sammlung“ wurde 1996 ein weltweit wohl einmaliges Sammlungsmodell zeitgenössischer Kunst entwickelt, welches das Museum zum Labor macht. In mehrjähriger Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern (Olafur Eliasson, Tadashi Kawamata, Pavel Pepperstein, Christoph Rütimann, Roman Signer, Richard Tuttle) entstehen ortsspezifische Interventionen. „Projekt Sammlung“ lässt das Publikum künstlerische Prozesse von ihrer Idee bis zu ihrer Realisierung verfolgen.

Im öffentlichen Raum

Roman Signer, Seesicht, 2015, Stahlskulptur an der Seeuferpromenade, Foto: Aleksandra Signer

Gleichzeitig mit dem Projekt Sammlung werden seit 1996 regelmässig Kunstprojekte im öffentlichen Raum realisiert wie beispielsweise mit Jo Achermann, Olafur Eliasson, Ilya und Emilia Kabakov, Pavel Pepperstein und Roman Signer. Dabei spielt der Einbezug von Behörden und Privaten für das Gelingen eine grosse Rolle. Zu nennen wären hier die Stahlskulptur Seesicht von Roman Signer an der Seeuferpromenade und The Ship of Tolerance von Ilya und Emilia Kabakov. Mit dem Engagement im öffentlichen Raum richtet sich das Kunsthaus Zug an eine breite Öffentlichkeit und leistet einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Lebensraum.

Kunsthaus Zug mobil

Seit Mai 2002 besitzt das Kunsthaus Zug einen 12 Meter langen Spezialcontainer als voll ausgerüsteten, transportablen Ausstellungsraum. Das Kunsthaus Zug mobil ermöglicht den künstlerischen Dialog mit der Öffentlichkeit an ungewöhnlichen, nahen und fernen Orten, initiiert neuartige Kunstprojekte und trägt Teile der Sammlung nach aussen. Wechselnde Künstler realisieren ortspezifische Interventionen und beziehen auch den öffentlichen Raum ein. Das Projekt wurde mit dem schweizerischen Preis für die Vermittlung visueller Kunst ausgezeichnet.

Kunstvermittlung

Foto: Kunstvermittlung, Kunsthaus Zug

Die Kunstvermittlung nimmt mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene innerhalb und der ausserhalb des Hauses einen hohen Stellenwert ein. Vielfältige Dialoge und Vermittlungsansätze eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den Kunstwerken und den Ausstellungen. Nebst zahlreichen Angeboten für Schulen und Familien erprobt die Kunstvermittlung mit Gästen aus unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Zusammenhängen spezifische und einmalige Projekte.

Trägerschaft

Die Zuger Kunstgesellschaft wurde 1957 gegründet, führt das Kunsthaus Zug und ist Eigentümerin der Sammlung. Die Eigentümerin des Kunsthauses ist die Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug, die auch Kunstreisen organisiert. Kanton Zug, Stadt und Gemeinden, Sponsoren, lokale und nationale Stiftungen und 1200 Mitglieder und Gönner bilden zusammen die erweiterte Trägerschaft.

Mitglieder werden zu allen Eröffnungen und Veranstaltungen im Kunsthaus und ausgewählten Kunstreisen persönlich eingeladen. Sie haben freien Zugang zu den Ausstellungen, geniessen Eintrittsermässigungen bei Vorträgen, Konzerten, Performances und Lesungen und profitieren von zahlreichen anderen Vergünstigungen.

Aktuelle Ausstellung

Michael Kienzer, Haltung Vol. 5, 2008, Foto: Gerhard-Marcks-Haus, Bremen, © Künstler

Michael Kienzer - Lärm und Linien
2. September bis 5. November 2017

Der österreichische Bildhauer Michael Kienzer (geb. 1962) weiht das frisch sanierte Kunsthaus ein mit seiner ersten umfassenden Einzelausstellung in der Schweiz. Er präsentiert neue Arbeiten, setzt sich mit der Architektur des Kunsthauses auseinander und nimmt einen Dialog zu einem wichtigen Vertreter der Kunsthaus-Sammlung auf: Zum Wiener Künstler Fritz Wotruba.

Nächste Ausstellung

Christa de Carouge, 2016, Foto: Christian Lanz, Zürich

Christa de Carouge
18. November 2017 bis Februar 2018

Die letzte Ausstellung des Jahres widmet sich für einmal dem Textildesign: Christa de Carouge ist zu Gast. Retrospektiv fasst die heute 80-jährige erstmals ihr Schaffen in einer Gesamtschau zusammen. ‹La dame en noir› zeigt, was sie aus einer reichen Karriere mitgenommen hat. Sie wird das gesamte Kunsthaus bespielen und mit Stoffen in die reale Architektur des Kunsthauses intervenieren.  ‹Bitte berühren›, heisst es, wenn ihre Tuch-Installationen zum Anfassen, Einkuscheln, Überziehen und Umhängen einladen.