Sektion des Monats

Kunsthaus Glarus

Kunsthaus Glarus, @Heimatschutz Schweiz / Christoph Oeschger

Nach einer einjährigen Sanierungszeit wird das Kunsthaus Glarus am 26.10.2019 in neuer Frische wiedereröffnet. Unter der Projektleitung der Zürcher Architekten Conen Sigl erfuhr das Kunsthaus Glarus eine sanfte Sanierung nach denkmalpflegerischen Vorgaben. Das prägnante Gebäude, vom bekannten Glarner Architekten Hans Leuzinger im Jahre 1952 erstellt, ist weitherum bekannt als «schönstes Kunsthaus der Schweiz». Mit seiner der Moderne verpflichteten, charakteristischen Architektur bietet das Museum auf gesamthaft fast 700 m2 Fläche grosszügige und flexible Ausstellungsräume. Diese werden ergänzt mit einem punktuell zugänglichen Depot der Sammlungen, sowie einem komplett neu gestalteten Veranstaltungsraum für unsere Vernissageessen, Seminare, Versammlungen, Vorträge, Konzerte und weitere Anlässe.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich das Kunsthaus Glarus mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst einen Namen gemacht. Als einzige grössere Kunstinstitution im Kanton Glarus ist das Kunsthaus wesentlich für das kunsthistorische Erbe der Region verantwortlich und baut Brücken zwischen zeitgenössischen Positionen und den Sammlungsbeständen des Glarner Kunstvereins.

kunsthausglarus.ch

Programm zur Wiedereröffnung Oktober 2019 – März 2020

Sam Pulitzer – The Premise of a Better Life

Sam Pulitzer, E 38th St, 2019
aus The Premise of a Better Life, 2019
Courtesy by the artist and Lars Friedrich, Berlin

27.10.2019-01.01.2020
Eröffnung: Samstag, 26.10.2019, 18.00 Uhr

Sam Pulitzer (*1984, lebt und arbeitet in New York) untersucht in mit (pop-)kulturellen Referenzen und 
Zitaten gespickten Bildern – formal und motivisch etwa angelehnt an Werbungen oder untertitelte Filmstills - die Neoliberalisierung des Alltags und der Kunst. Der Künstler befasst sich mit der oftmals zynischen oder pathetischen Rhetorik und Sprache der Kommentierung oder der «Vermarktung» der uns umgebenden politischen und sozialen Welt. In einer konzeptuellen Tradition sind seine text-, zeichnungs- und fotografiebasierten Arbeiten stets Selbstbefragungen. Wie funktioniert Autorenschaft in der Kunst? In welchem Verhältnis stehen Fiktionen und Fakten?

 

Just Another Story about Leaving

27.10.2019.-01.03.2020
Eröffnung: Samstag, 26.10.2019, 18.00 Uhr


Eine Ausstellung über die Sammlungen des Glarner Kunstvereins kuratiert von Michèle Graf, Selina Grüter und Sveta Mordovskaya in Zusammenarbeit mit Stefan Wagner.

Mit Carl Andre, Eva Barto, Helen Dahm, Maria Eichhorn, Max Ernst, Christine Gallati, Hermann Haller, David Hockney, Bridget Riley, Vre Tschudi, unbekannte*r Künstler*in, Edouard Vallet, Louis Auguste Veillon, David Wojnarowicz, Ansichten der Ausstellung von Zoe Leonard aus dem Jahr 1997 und einem Titel von Urs Lüthi.

 

Martin Stützle und Fridolin Walcher – Des Gletschers Kern

12.01.2020-01.03.2020
Eröffnung: Samstag, 11.01.2020, 18.00 Uhr


Des Gletschers Kern ist eine Ausstellung zu Klimawandel und Gletscherschwund in der Schweiz und in Grönland.
 Die beiden Glarner Künstler Fridolin Walcher (*1951, lebt
 und arbeitet in Nidfurn und Linthal) und Martin Stützle 
(*1959, lebt und arbeitet in Ennenda) waren im Mai 2018 zusammen mit Klima- und Eisforschern zu einer Schweizer Grönlandexpedition eingeladen, mit der Aufforderung in ihrer jeweiligen künstlerischen Sprache in die ökologische und ökonomische Diskussion einzugreifen. 

Die für die Ausstellung entstandenen Arbeiten spiegeln ihre Eindrücke und Stimmungen beim Besuch der Forschungsstationen und dem dreiwöchigen Aufenthalt in einem der nördlichsten Inuit-Dörfer. Weitere fotografische Arbeiten von Walcher zu den Glarner Gletschern machen deutlich, dass wir alle gemeinsam im Schmelztiegel sitzen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation beim Verlag Scheidegger & Spiess.

 

Zu Gast im Güterschuppen Glarus: Swissness Applied

21.09.2019–10.11.2019

Swissness Applied ist eine transkulturelle Analyse von New Glarus. Exemplarisch zeigt sie die Herausforderungen für Architektur und Städtebau im Zusammenhang von gegenwärtigen sozialen Transformationen im globalen Kontext. New Glarus ist eines von mehreren Dörfern in Amerika, das von europäischen Einwanderern gegründet wurde und dessen Architektur sich an das Bild ihres Erbes anpasst. Die Ausstellung hinterfragt die Übersetzung dieses kulturellen Bildes in der Architektur und veranschaulicht mit gegenständlichen Mitteln die gebauten und denkbaren Ergebnisse der New Glarner Bauordnung.

Neben den Darstellungen von New Glarus erweitern sechs Fotografien aus Patrick Lambertz' Serie «Châlets of Switzerland» die Identität des Schweizer Chalets.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Sa und So 11.00 bis 17.00 Uhr
Ab Ende Oktober während den Öffnungszeiten des Kunsthaus Glarus:
Di bis Fr 12.00 bis 18.00 Uhr
Sa, So, Feiertage 11.00-17.00 Uhr

 

Vorschau zu Veranstaltungen

Führungen durch das neue Depot der Sammlungen Glarner Kunstverein und weitere Veranstaltungen finden Sie demnächst auf kunsthausglarus.ch

 

Bis Mitte November weiterhin *Off Kunsthaus Glarus in Näfels

Bea Schlingelhoff – PAX

Bea Schlingelhoff - PAX, 2019, Ausstellungsansicht; Foto: Gunnar Meier

30.06.-10.11.2019
im Museum des Landes Glarus Freulerpalast, 8752 Näfels

Bea Schlingelhoff und Judith Welter führen gemeinsam durch die Ausstellung PAX im Museum des Landes Glarus Freulerpalast in Näfels. Für die Ausstellung hat Bea Schlingelhoff eine künstlerische Intervention entwickelt, die sowohl die Geschichte des Museums wie auch spezifische Exponate thematisiert. Ausgangspunkt ist der Sammlungsteil «Glarner Militär und Waffen». Diese Militaria-Sammlung beherbergt einen Fundus an Waffen, Uniformen und weiteren Objekten, die vom Historischen Verein des Kantons Glarus und ab 1946 vom Museum des Landes Glarus bis in die 1990er Jahre zusammengetragen wurden. In einem separierten Gebäudeteil – eine Remise angeschlossen an den Innenhof des Museums – ist die Sammlung seit mehr als zwanzig Jahren in einer Dauerausstellung präsentiert. Durch Schlingelhoffs Eingriff in diesen gleichermassen wertgeschätzten wie auch wenig besuchten Ausstellungsteil des Museums stellen sich Fragen nach politischer und historiographischer Repräsentation sowie nach Zusammenhängen zwischen Kunst und Kriegswesen.

* Das Ausstellungsprogramm lief während der Sanierung unter dem Namen Off Kunsthaus Glarus an verschiedenen Orten im Kanton Glarus weiter.