Sektion des Monats

Kunsthaus Baselland

Das Kunsthaus Baselland gehört zu den führenden Ausstellungshäusern für regionale, nationale und internationale zeitgenössische Kunst im Raum Basel. Seit 1998 bietet das umgenutzte Fabrikgebäude (jungen) Künstlerinnen und Künstlern auf über 1400m² eine Plattform für künstlerische Auseinandersetzungen im Rahmen von Einzel-, Gruppen- oder thematischen Ausstellungen. Zahlreiche regionale, teilweise aber auch internationale Kunstschaffende erhalten hier ihren ersten institutionellen Auftritt in der Schweiz oder in Europa.

Das kuratorische Programm der Direktorin Ines Goldbach fokussiert auf das zeitgenössische Kunstgeschehen der Region Basel und bettet dieses im Rahmen von internationalen und überregionalen Ausstellungen in den internationalen Diskurs ein. Das Kunsthaus Baselland unterstützt und fördert die Schaffung neuer Werke, die sich mit der Architektur des Kunsthauses oder/und der Region Basel auseinandersetzen. Viele der eingeladenen lokalen, nationalen, aber auch internationalen Künstlerinnen und Künstler werden unter der aktuellen kuratorischen Leitung dazu animiert, neue, teilweise grossformatige Werke und Werkkomplexe explizit für den Ort zu entwickeln.

Das Kunsthaus Baselland soll ein lebendiger Ort des Austauschs und der fundierten Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst sein. Das Ausstellungsprogramm wird deshalb trotz eingeschränkter Mittel durch Publikationen, Vorträge und Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern, Kulturschaffenden und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Bildung erweitert. Durch die Zusammenarbeit mit benachbarten und international agierenden Hochschulen öffnet das Kunsthaus seine Türen für Studien zu Kunstschaffenden und ihren Werken.

Kunsthaus Baselland

Ausstellungen

Simone Forti

17.5.–7.7.2019

Simone Forti, Zuma News, from NONFICTIONS – Gorbachev Lives / Zuma News / Questions – a joint work by Jeremiah Day / Simone Forti / Fred Dewey, 2014. Filmed by Jason Underhill. Courtesy of the artists and The Box, LA

Die in Los Angeles wohnhafte Simone Forti (*1935, Florenz) ist seit den 1960er-Jahren eine der international bahnbrechendsten Performance-, Tanz- und Videokünstlerinnen. Sich selbst bezeichnet Forti als «Bewegungskünstlerin». Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Überlegung, was wir durch unseren Körper über die Dinge wissen können. In ihrem bis heute fortschreitenden Werk, das aus Filmen, Videos, Fotografien ebenso wie aus Installationen, Zeichnungen und Texten besteht, greift sie diese Frage nach der eigenen Bewegung im Raum immer wieder auf und stellt innerhalb dieser Körperarbeit unseren Umgang mit Medien und Politik zur Diskussion, aber auch nach dem Verhalten, das wir im direkten Umgang miteinander pflegen. Da Simone Forti selbst die Performances nicht mehr ausführen kann, sind es die Performerinnen Claire Filmon und Sarah Swenson, die lange bei ihr gelernt haben und zusammen mit lokalen Künstler*innen oder Student*innen der Kunst respektive des Tanzes die Performances eintrainieren und durchführen. Für Forti ist dies eine Möglichkeit, ihr Werk und die Erfahrungen daraus einer jüngeren Generation zu übertragen und sie dabei in die Zukunft zu führen. Diese Präsentation im Kunsthaus Baselland ist die erste Einzelausstellung von Simone Forti in der Schweiz.

Björn Braun

17.5.–7.7.2019

Björn Braun, Untitled, 2016, Courtesy of the artist and Marianne Boesky Gallery, New York and Aspen, and Meyer Riegger, Karlsruhe/Berlin

Björn Braun (*1979, Berlin, lebt und arbeitet in Berlin) beschäftigt sich seit Langem kontinuierlich mit der Frage, inwiefern allein der Künstler respektive die Künstlerin den Werkprozess kontrolliert und vollendet und welche Möglichkeiten der Transformation zur Verfügung stehen. Zugunsten von Zufall, dem Unkontrollierten sowie dem Ansatz, mit der Natur in einen poetisch-kreativen Dialog zu treten, schafft Braun raumgreifende Objekte und Installationen, Collagen und auch Videoarbeiten, die diese offene Haltung widerspiegeln. Dabei greift er auf Materialien wie industriell hergestellte Stoffe ebenso zurück wie auf solche, die er in der Natur findet oder die durch dieselbe generiert werden. Gerade die Wandelbarkeit von Rohem in eine neuartige, poetische, bisweilen rätselhafte und auch humorvolle Form, welche zugleich Fragen nach der Wahrheit in der Werkfindung stellt, sind Themen, die den Künstler nachhaltig beschäftigen. Es ist der erste grössere Auftritt von Björn Braun in der Schweiz.

Clément Cogitore

Part II

Clément Cogitore, The Evil Eye, 2018 (still). Courtesy the artist and the Gallery Eva Hober and Gallery Reinhard Hauff © 2019, ProLitteris, Zurich

17.5.–7.7.2019

Mit der zweiteiligen Ausstellung des Künstlers Clément Cogitore (*1983, Colmar, lebt und arbeitet in Paris) präsentiert das Kunsthaus Baselland die erste Einzelausstellung des aktuellen Gewinners des Prix Marcel Duchamp 2018 in der Schweiz. In seinem seit Jahren gewachsenen Werk verhandelt der französische Filmer und Fotograf eingehend die Frage nach der Rolle von Bildern aus Werbung, Unterhaltung, sozialen Netzwerken oder auch Ritualen, Geheimnissen und Scheinwelten, die eine aktive Rolle in der Konstruktion von Lebensentwürfen einnehmen. Während die erste Ausstellungssequenz einen ersten Überblick über sein Schaffen der letzten Jahre geben hat, steht nun vor allem sein neues Werk The Evil Eye, für das er den Prix Marcel Duchamp 2018 erhalten hat, erstmals im Fokus einer institutionellen Präsentation.

Gina Folly

Fashion, Sex and Death – Science – Sports, Gardens and Conspicuous Consumption Jahresaussenprojekt Kunsthaus Baselland 2019

Fashion, Sex and Death – Science – Sports, Gardens and Conspicuous Consumption, 2019, Druck auf Banner, 623 x 848 cm, Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland

14.2.–31.12.2019

Gina Folly beschäftigt sich in ihrem Werk seit vielen Jahren eingehend mit dem Medium Fotografie, das sie um neue Formen und Präsentationsmöglichkeiten erweitert und ergänzt. Sowohl politische, ökonomische, kulturelle, soziale Ereignisse und Phänomene gleichermassen wie ökologische Fragen, mit denen sie ihr unmittelbares Umfeld präzise reflektiert und analysiert, können eine wesentliche Rolle innerhalb ihrer installativen Arbeiten spielen. Der Mensch in seiner von ihm geschaffenen Umgebung – zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit, in der steten Kreation des jeweiligen Lebenskonzepts – sind weitere Themen, die Folly interessieren.

Trägerschaft

Träger der privat geführten Institution ist der Kunstverein Baselland, dem zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und interessierte Laien sowie Persönlichkeiten aus der Region Basel angehören. Die aktuelle Präsidentin des Kunstverein Baselland ist Marina Meijer. Die Bildungs- Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft (kulturelles.bl) unterstützt mit einem jährlichen Subventionsbeitrag den Betrieb. Die finanzielle Basis wird stetig durch Gesuche an Dritte erweitert, um Künstler und Künstlerinnen in ihrer Werkproduktion für ihre Ausstellungen im Kunsthaus Baselland zu unterstützen. Die Immobilie in Muttenz gehört der gemeinnützigen Stiftung Kunsthaus Baselland. Zweck der Stiftung ist es, dem Kunsthaus Baselland sein Zuhause zur Verfügung zu stellen. Sie wird auch Bauherrin des neuen Kunsthauses auf dem Dreispitz sein.

Kunstverein Baselland