Sektion des Monats

Kunstmuseum Luzern

Wir feiern dieses Jahr! Die Kunstgesellschaft Luzern wurde vor 200 Jahren gegründet. Nach Zürich, Basel und Bern war sie 1819 der vierte Kunstverein der Schweiz. Ziel der Kunstgesellschaft Luzern ist es, ein Bildarchiv anzulegen und der sich damals formierenden bürgerlichen Öffentlichkeit ein Forum für Ausstellungen zu bieten. Anfangs steht das soziale Zusammenkommen im Vordergrund: Die Treffen dienen dem gemeinsamen Zeichnen und Malen, Vorträge und Diskussion werden gehalten und auch recht viel Wein getrunken – es wurden Künstlerlieder gesungen und ein Künstlerbecher mit Wein reihum gereicht.

Im Mai 1819 trat die Kunstgesellschaft Luzern der Schweizerischen Künstlergesellschaft bei mit der Idee regelmässig grössere Ausstellung in Luzern, Zürich und Bern zu veranstalten. Aus Kostengründen beschränkte sich die Kunstgesellschaft Luzern aber auf lokale Präsentationen. Ab 1842 verbessert die regelmässige Ausstellungstätigkeit mit Verkäufen die finanzielle Situation, ab 1854 kommen Subventionen der Kantonsregierung, ab 1858 der Stadt hinzu. 

Heute positioniert sich das Kunstmuseum Luzern als mittelgrosse Institution in der Schweizer Museumslandschaft mit ambitionierten Wechselausstellungen, die Fragen der Gegenwart aufgreifen, bekannte Künstlerinnen und Künstler in neuem Licht zeigen und zeitgenössische Positionen reflektieren.

https://www.kunstmuseumluzern.ch/kunstgesellschaft/200-jahre-kunstgesellschaft/

Aktuelle Ausstellungen

Turner

J.M.W. Turner, The Blue Rigi, Sunrise, 1842, Aquarell auf Papier, 29.7 x 45 cm, © Tate, London, 2019

Das Meer und die Alpen
06.07.–13.10. 

Mit Turner. Das Meer und die Alpen feiert das Kunstmuseum Luzern sein Jubiläum. Denn der weltberühmte britische Maler besucht Luzern just in jenen Jahren, als die Kunstgesellschaft Luzern gegründet wird. In der Schweiz sucht er spektakuläre Motive, in Luzern studiert er das einmalige Zusammenspiel von Licht und Wetter, See und Bergen. Vom Hotelzimmer aus skizziert er die Rigi, er reist mit dem Dampfschiff über den Vierwaldstättersee und fährt über den Gotthardpass. Zurück in seinem Londoner Atelier verarbeitet er seine Skizzen zu leuchtenden Aquarellen und Ölgemälden. Die Eindrücke von Meer und Alpen sind für Turner von zentraler Bedeutung: Schönheit und Bedrohlichkeit der Natur kulminieren hier zum für die Romantik zentralen Sujet des Erhabenen.

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«Und die alten Formen stürzen ein»

Jakob Christoph Miville, Schwingfest auf der Balisalp, 1822–1824, Privatsammlung Schweiz

Kunst um 1800 aus der Sammlung
09.03.–17.11.

Um 1800 formiert sich die Zivilgesellschaft, wie wir sie heute kennen. Das selbstbewusste Bürgertum gründet zahlreiche Vereine und Bildungsstätten wie die Kunstgesellschaft Luzern 1819. Die Sammlungspräsentation thematisiert zum Jubiläum diese revolutionäre Epoche im Sinne von Friedrich Schillers Zitat. Der Umbruch der sozialen und politischen Verhältnisse wirkt sich auch auf die Kunst aus. Am deutlichsten wird der Wandel an der Gattung des Porträts, das von höfischem Pomp und zeremonieller Strenge zu bürgerlicher Lebenshaltung und Innigkeit wechselt. Die Historienmalerei wendet sich neuen Stoffen und die religiöse Kunst anderen Darstellungsformen zu und die Schweiz, umgeben von absolutistischen Ländern und als Heimat Wilhelm Tells, wird zum Ort republikanischer Freiheit und bukolischer Idylle stilisiert.

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Anita Zumbühl

Anita Zumbühl, Busy is a Decision, Modern Ambitions, 2018, Courtesy of the artist

Very few things consist of a single substance
08.06.–25.08.

Natur als Gegenstück zu Kultur: Das ist nur eines der Begriffspaare, denen Anita Zumbühl (*1975) in ihrer Arbeit nachgeht, jedoch ein zentrales. Die Künstlerin interessiert sich dabei weniger für die Diskrepanz gegensätzlicher Konzepte wie Natur / Kultur, sondern für jene Stellen, an denen sie sich berühren, an denen Reibung entsteht und eine gewisse Unschärfe, ein Sich-nicht-mehr-sicher-sein. Andere Schnittstellen sind enger mit Anita Zumbühls Arbeitsprozess verknüpft: Theorie geht einher mit Praxis, forschen mit zufallen, Steuerung und Kontrolle mit Offenheit. Besonders deutlich wird dies bei den Färbearbeiten, die seit 2015 entstehen. Für die Ausstellung hat die Künstlerin erstmals riesige Stoffbahnen gefärbt, die weit über das menschliche Mass hinaus gehen, an dem sich die meisten ihrer Arbeiten orientieren.

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