Sektion des Monats

Kunstmuseum Thun

Modified Social Bench des Künstlers Jeppe Hein vor unserer Veranda. Foto: David Aebi.

Im ehemaligen «Grand Hôtel» Thunerhof direkt an der Aare zeigt das Kunstmuseum Thun in jährlich vier bis fünf Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst. 2023 präsentieren wir beispielsweise regionale Kunst von Théo Gerber und Marguerite Saegesser, die indische Multimedia-Künstlerin Reena Kallat und internationale Positionen zum Thema "Zirkus". Eine Ausgewogenheit bei der Förderung von regionaler, nationaler und internationaler Kunst ist ein grosses Anliegen des Hauses. Zu jeder Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm der Kuration und Kunstvermittlung, das von Workshops über Rundgänge bis zu Lesungen und Werkgesprächen reicht. 

Das grösste Sammlungswerk des Kunstmuseum Thuns ist im Schadaupark der Stadt Thun zu besichtigen. Dort wird seit 2015 das über 200-jährige Thun-Panorama in einer Rotunde gezeigt. Der Basler Künstler Marquard Wocher war von einem sonnigen Tag in Thun so fasziniert, dass er fünf Jahre lang ein knapp 300m2 grosses Rundbild der Stadt gemalt hat. Heute ist es eines der letzten im Original erhaltenen Rundbilder der Welt und das älteste Kunstwerk seiner Art. Es wird begleitet durch eine Dauer- sowie durch eine jährlich wechselnde Sonderausstellung. Letztere ist bis Ende 2023 die Ausstellung «Ticket zur fremden Welt». 

Das Kunstmuseum Thun wird durch ein Team von rund 30 Personen geführt. Dazu zählen bereits alle Aufsichten, Freelancer:innen und der Besucherdienst. Der Förderverein Kunstmuseum Thun zählt circa 250 Mitglieder und lädt insbesondere jüngere Kunstinteressierte ein, sich über Kunst auszutauschen. 

Direktionen: 
Alfred Glaus (1948-1954)
Paul L. Ganz (1954-1975)
Georg J. Dolézal (1975-1999)
Madeleine Schuppli (2000-2007)
Helen Hirsch (seit 2007)

Alle Informationen finden Sie auf der Webseite: www.kunstmuseumthun.ch sowie auf www.thunpanorama.ch

Freunde und Kunstinteressierte auch ausserhalb von Vernissagen Willkommen heissen, ist uns ein grosses Anliegen. Foto: Carolina Piasecki.

Freunde von Kunstmuseum Thun und Thun-Panorama

Der Förderverein Kunstmuseum Thun, gegründet 1959, unterstützt die Arbeit des Kunstmuseum Thun: Mit wesentlichen Ankäufen wird die Sammlung bereichert, ambitionierte Publikationen und Ausstellungen durch Beiträge ermöglicht. Der Förderverein ist ein lebendiger Verein, der seinen Mitgliedern eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunst bietet. Viele der rund 250 Mitglieder sind seit Jahren dabei, manche kommen neu dazu, selten tritt man wieder aus. Eine Mitgliedschaft ermöglicht Förder:innen Atelierbesuche, Exkursionen, mehrtägige Kunstreisen und ein Netzwerk aus Kunstliebhaber:innen.

Ausstellungen 2023

Théo Gerber, Unsichtbare Farben erscheinen auf den Bergen, Hüften und Wolken, die ich streichle, 1968/69. Courtesy der Künstler und Kunstmuseum Thun.

THÉO GERBER. SCIENCE FICTION

4. Februar – 16. April 2023

Die Werke des in Thun geborenen Künstlers Theo Gerber (1928–1997) entführen uns in fantasievolle, komplexe Welten, die aus einem scheinbar endlosen Detailreichtum und einer Vielfalt an Farben, Formen und Motiven bestehen. Gerber, der ab 1962 in Frankreich lebte, war ein Rebell, der sich weder dem Kunstsystem noch einem malerischen Stil unterordnen wollte und in der Schweiz weitestgehend unbekannt blieb. Seine eindrücklichen Bilder erzählen von den Idealen, Visionen und Träumen des Künstlers und spiegeln seine subjektive Vorstellung von einer friedvollen und freien Welt wider, in deren Landschaften auch vertraute Motive wie der Thuner Hausberg Niesen auftauchen.

MARGUERITE SAEGESSER. AMERICAN MONOTYPES

4. Februar – 16. April 2023

Von ihrer anfänglich bildhauerischen Praxis fand die in Bern geborene Künstlerin Marguerite Saegesser (1922–2011) in den späten 1970er-Jahren in ihrer Wahlheimat USA zur Druckgrafik. Sie pflegte enge Kontakte zur Kunstszene der San Francisco Bay Area, mit Künstlern wie Sam Francis (1923–1994), dagegen blieb sie in ihrer Heimat bis heute weitgehend unbekannt. Die Monotypie, ein druckgrafisches Verfahren, bei dem jeweils nur ein Original entsteht, wird zu einem der zentralen Ausdrucksmittel Saegessers und bildet den Schwerpunkt dieser ersten institutionellen Einzelausstellung. In ihrer expressiven Abstraktion führte Saegesser die amerikanische Nachkriegskunst fort, und gleichzeitig zeigt sich in höchst eigenständigen Kompositionen ihr Gespür für die Farbe.

REENA KALLAT. SITELINES. MARKING THE LANDSCAPE

10. Juni – 3. September 2023

Reena Saini Kallat (*1973 Delhi), die zu den wichtigsten indischen Künstlerinnen der Gegenwart zählt, setzt sich in ihren multimedialen Werken mit nationalen und geographischen Grenzen sowie geopolitischen Grenzkonflikten auseinander, indem sie die Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung und deren Umwelt untersucht. Die Motivik in ihren Werken ist stets mehrdeutig und stellt dem trennenden Element immer auch eine verbindende Komponente gegenüber. So beschäftigt sich die Künstlerin etwa mit Flussläufen, die Grenze wie auch Lebensader zugleich sind, und in der Ausstellung in einen spannenden Dialog mit der unmittelbaren Nähe zum hiesigen Fluss Aare treten.

Die Präsentation im Kunstmuseum Thun ist die erste Einzelausstellung der Künstlerin in der Schweiz.

Barbara Breitenfellner, WVZ 231, 2012, Collage.

NOT MY CIRCUS, NOT MY MONKEYS. DAS MOTIV DES ZIRKUS IN DER ZEITGENÖSSISCHEN KUNST

16. September – 3. Dezember 2023

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts in London entstanden, fasziniert der Zirkus seit Langem. Heute erscheint uns dieser magische Ort eher wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit. Dennoch hat die bewusste Inszenierung von schönem Schein, hartem Kampf, Erfolg und Scheitern als Teil der menschlichen Existenz viel mit unserer eigenen Realität gemeinsam. Die internationale Gruppenausstellung präsentiert zeitgenössische Künstler:innen, die sich dem Motiv des Zirkus bedienen, um aktuelle gesellschaftliche Themen zu untersuchen und kulturelle wie politische Strukturen zu hinterfragen.

Führungen und Veranstaltungen

Wer uns folgen möchte, kann dies am besten auf Instagram @kunstmuseumthun und @thunpanorama.