Sektion des Monats

Kunsthaus Grenchen

Kunsthaus Grenchen, vis-à-vis vom Bahnhof Grenchen Süd. © KHG, Foto: Jiří Vurma

Die Kunstgesellschaft Grenchen gehört zusammen mit der Stadt zu den Gründern der Stiftung Kunsthaus Grenchen und stellt drei Mitglieder des Stiftungsrates. 1984 nahm das Kunsthaus seinen Ausstellungsbetrieb in der Villa Girard (19. Jh.) auf.

Mit dem 2008 realisierten Erweiterungsbau (ssm architekten ag, Solothurn) konnte das Kunsthaus Grenchen um einen grossen stützenfreien Ausstellungsraum, Depoträumlichkeiten und ein grosszügiges Foyer erweitert werden.

Jährlich zeigt es vier bis sechs Wechselausstellungen im Bereich der zeitgenössischen Kunst, welche einzelnen Schweizer Künstler_innen gewidmet sind oder aktuelle Themen in Gruppenausstellungen aufgreifen. Kooperationen mit anderen Institutionen, Sammlungspräsentationen sowie die biennal stattfindende, nationale Ausstellung für Druckgraphik IMPRESSION gehören ausserdem zum festen Programm.

Die Sammlung umfasst rund 17‘000 Werke: Neben Malerei und Plastik bildet Druckgraphik den eigentlichen Schwerpunkt, was sich auch im Ausstellungsprogramm widerspiegelt.

Der Kinder-Kunst-Klub «Druckknöpfe», vielfältige, auch digitale Vermittlungsformate für alle Altersklassen und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zu jeder Ausstellung begleiten das Ausstellungsjahr.

Unmittelbar gegenüber des Bahnhofs Grenchen Süd liegt das Kunsthaus Grenchen verkehrsgünstig. Im hauseigenen Café und Museumsshop wird eine kleine Auswahl von Snacks, Getränken, Katalogen und Kunstwerken angeboten. Verschiedene Räumlichkeiten können für private Anlässe gemietet werden.

www.kunsthausgrenchen.ch

 

Aktuelle Ausstellungen

«Picasso – Suite Vollard»

25. Oktober 2020 - 31. Januar 2021

Pablo Picasso, «Le Repos du Sculpteur et la Sculpture surréaliste», aus «Suite Vollard», Blatt 60, 31.3.1933 IV, Radierung, 19,4 x 26,7 cm © Succession Picasso / 2020, ProLitteris, Zurich, Photo: Boltin Picture Library / Bridgeman Images

Picassos «Suite Vollard» gehört zu den berühmtesten Graphik-Zyklen des 20. Jahrhunderts. Sie umfasst 100 Blätter, die Pablo Picasso auf Anregung des Kunsthändlers und Verlegers Ambroise Vollard zwischen 1930 und 1937 schuf. Der Künstler variiert in der Serie unterschiedliche Themen. Mehrere Blätter befassen sich mit dem Verhältnis von Künstler und Modell und dem Minotaurus-Mythos. Neben dem British Museum in London, dem Museum of Modern Art in New York und dem Picasso-Museum in Paris sind nur noch sehr wenige Institutionen und Private im Besitz eines kompletten Satzes der «Suite Vollard». Die grosszügige Leihgabe eines privaten Sammlers aus Solothurn ermöglicht dem Kunsthaus Grenchen, in der Villa Girard die komplette Serie zu präsentieren.

«Yves Scherer – Candids»

Skulpturen und digitale Prints

Yves Scherer, «Vincent», 2018, Aluminium bemalt, 186 x 90 x 70 cm, Foto: Christian Tunge © Yves Scherer & Galleri Golsa, Oslo NOR

25. Oktober 2020 - 31. Januar 2021

Yves Scherer (*1987), im Kanton Solothurn aufgewachsen, beschäftigt sich mit «Celebrity»-Kultur, dem Spannungsverhältnis von öffentlich und privat, sowie dem Einfluss von sozialen Medien auf das Gesellschaftsgefüge, das Körperbewusstsein und das Liebesleben unserer Zeit. Dabei entstehen sowohl Objekte und Skulpturen wie auch digital hergestellte druckgraphische Werke. Die hyperrealistischen Skulpturen kreisen unter anderem um die Themen der menschlichen Figur, deren Darstellung und den damit verbundenen Ideen von Männlichkeit und Weiblichkeit. Seine Werke stellen in diesem Sinne einen wichtigen Beitrag dar in einer Zeit, in der althergebrachte Gender-Konzepte zunehmend in Frage gestellt und geschlechtliche Identitäten neu definiert werden. Die Ausstellung im Neubau präsentiert in einer raumspezifischen Installation eine Mischung aus neuen Skulpturen, digitalen Porträts und Objekten aus den letzten Jahren.

Vorschau 2021

Im Wald

Gruppenausstellung zum Thema Wald, u.a. mit Yann Amstutz, Julian Charrière, Teresa Chen, Marianne Engel, Alex Hanimann, Angela Lyn, Marcus Maeder, Luca Mengoni, Nico Müller, Felix Studinka, Esther van der Bie

Angela Lyn, «cedaring IV», 2014, Öl auf Leinwand, 125 x 180 cm © Angela Lyn, Foto: Markus Mühlheim, Courtesy: extra Landschaftsarchitekten AG, Bern

7. März - 30. Mai 2021

Der Wald hat in Gesellschaft und Kultur seit jeher eine besondere Stellung. In Mythos, Märchen und Volksglauben ist er nicht nur Schauplatz, sondern mit eigener Funktion belegt, indem er u.a. die Grenze zwischen dem Bekannten und dem Fremden markiert. Vor dem Hintergrund der erhöhten Sensibilität gegenüber Umwelt- und Klimaschutz vergeht mittlerweile fast kein Tag, an dem der Wald nicht in irgendeiner Form Schlagzeilen macht.

Die Gruppenausstellung versammelt Werke von Kunstschaffenden aus der Schweiz, welche sich dem Thema des Waldes auf künstlerische Art und Weise nähern. Der Wald als Ort des Unheimlichen, der ungestörten Natur und Idylle wird genauso thematisiert, wie auch der Wald als Lebensraum und Wirtschaftsfaktor.

M.S. Bastian und Isabelle L.: PULPOKOSMOS

Eine Abenteuerfahrt durch eine schauerlich schöne Welt

M.S. Bastian, Isabelle L., «Les aventures de Pulp», 2019 – 2020,
Acryl auf Leinwand, 160 x 120 cm © M.S. Bastian, Isabelle L.

27. Juni - 26. September 2021

M.S. Bastian (*1963) und Isabelle L. (*1967) sind keine Unbekannten hierzulande. Seit knapp 20 Jahren arbeitet das Künstlerpaar zusammen. Inspiriert von der Bildsprache der Comics wie auch von der Kunstgeschichte kreieren sie üppige und wilde Bildwelten voller Witz, Ironie und Hintergründigkeit. 

Die Ausstellung im Kunsthaus Grenchen ist zweiteilig. Während in der Villa Girard das druckgraphische Gesamtwerk im Zentrum steht, welches das Künstlerduo 2018 dem Kunsthaus als Schenkung überlassen hat, schaffen M.S. Bastian und Isabelle L. für den Neubau eine überbordende Installation zwischen Geisterbahn, Musée intime und innerer Reise. Aus alltäglichem, günstigem Material gebaut, präsentiert PULPOKOSMOS die Welt von M.S. Bastian und Isabelle L. Dabei spielen Themen der Kunst genauso eine Rolle wie alltägliche Themen der Gegenwart, individuelle Fragen genauso wie philosophische. Die einfache Bildsprache führt die Betrachtenden fast unmerklich in unbekannte witzig-freche, künstlerische Sphären und immer wieder auch in ernste, aus dem Alltag bekannte Themengebiete. PULPOKOSMOS – gleichzeitig Zusammenfassung und temporärer Zustand der Bildwelt von M.S. Bastian und Isabelle L. – entsteht eigens für die Ausstellung im Kunsthaus Grenchen. Es ist die erste, aber nicht die letzte Station dieser Abenteuerfahrt.

Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch.

IMPRESSION 2021 – Ausstellung für Druckgraphik

Exposition de gravure et d’art imprimé | Mostra di stampe d’arte

IMPRESSION 2019: Blick in die Ausstellung

31. Oktober 2021 - 23. Januar 2022

Das Kunsthaus Grenchen freut sich, die 10. Ausgabe der «IMPRESSION – Ausstellung für Druckgraphik» anzukündigen. Die bereits zur Tradition gewordene, jurierte, nationale Gruppenausstellung spürt dem aktuellen druckgraphischen Schaffen nach. Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz sind zur Bewerbung eingeladen. Experimentelle Arbeiten, welche die Grenzen der druckgraphischen Verfahren ausloten, sind genauso willkommen, wie Werke, die mit klassischen Druckverfahren hergestellt wurden.
Das Kunsthaus Grenchen stellt eine Fachjury von drei Mitgliedern zusammen, welche die eingegangenen Dossiers beurteilt und eine Auswahl trifft. Zusätzlich zu diesem Auswahlverfahren kann sie Kunstschaffende auch direkt einladen. Das Kunsthaus Grenchen ist verantwortlich für Konzeption und Realisation der Ausstellung.

20m2 – Fenster ins Atelier von Franziska Baumgartner

31. Oktober 2021 - 23. Januar 2022

Franziska Baumgartner, «Zirkeln», 2019, eingefärbte Glasnudeln aus Wand, 200 x 200 cm, Ausstellungsansicht: Cantonale Berne Jura, Musée jurassien des Arts, Moutier © Foto: Franziska Baumgartner

Die im Kanton Solothurn geborene und aufgewachsene Franziska Baumgartner (*1987) interessiert sich in ihrer künstlerischen Arbeit für Momente der Auflösung, der Verformung und der Entfremdung. Auf der Suche nach dem Ephemeren, Zufälligen und Unkontrollierbaren experimentiert die Künstlerin mit verschiedensten, meist fragilen Materialien, wie Reispapier, Glasnudeln, Maisstärke, PVC-Folien oder Metallspänen. Oder sie bespielt Räume mit interaktiven Klanginstallationen, in denen sich Ton- und Bildebene einmal synchron, einmal unabhängig voneinander bewegen. So kreiert die heute in Basel lebende und arbeitende Künstlerin begehbare und ortsspezifische Installationen, die oft die Besucherinnen und Besucher direkt miteinbeziehen.

Franziska Baumgartner wurde mit dem Atelierstipendium für Paris des Kantons Solothurn ausgezeichnet und kann von Januar bis Juni 2021 in der «Cité Internationale des Arts» arbeiten. In der Ausstellung im Kunsthaus Grenchen wird sie einen Teil der in Paris entstandenen Arbeiten zeigen.

In der Ausstellungsreihe «20m2 – Fenster ins Atelier von…» bietet das Kunsthaus Grenchen jungen Kunstschaffenden aus dem Kanton Solothurn eine Plattform zur Präsentation eines oder mehrerer Werke. Die Ausstellungen werden jeweils parallel zu den Hauptausstellungen im Marti-Schenk-Kabinett der Villa Girard präsentiert.