Sektion des Monats

Aktuell

Kunstmuseum Luzern: Marion Baruch. Retrospektive – innenausseninnen verlängert bis 11.10.2020

Ausstellungsansicht Marion Baruch. Retrospektive – innenausseninnen, Kunstmuseum Luzern, Foto: Marc Latzel

Die grosse Retrospektive von Marion Baruch (*1929) im Kunstmuseum Luzern war Anfang März nur zwei Wochen zu sehen. Nun ist die Ausstellung verlängert, damit das Werk dieser aussergewöhnlichen, jedoch wenig bekannten Künstlerin entdeckt werden kann. Marion Baruch stellt die Menschen mit ihrem Handeln ins Zentrum. In den vielschichtigen Arbeiten – und mehr noch im langen Leben der Künstlerin – spiegeln sich die grossen Themen des 20. und 21. Jahrhunderts: Faschismus, Kapitalismus, Kommunismus, Feminismus, Pazifismus, Sprachgemeinschaften und politische Ideologien. Wie in Baruchs Wortschöpfung innenausseninnen anklingt, beschäftigt sich die Künstlerin mit der Konstruktion von Innenwelten und Aussenräumen. Das oft poetische Spiel zwischen innen und aussen ist ein roter Faden in ihrem vielgestaltigen Werk.

Marion Baruch in ihrem Haus in Gallarate, Italien, Foto: Marc Latzel

Marion Baruch lebt heute, nach Stationen in Rumänien, Israel, Grossbritannien und Frankreich, in Italien. Sie blickt auf eine lange Künstlerkarriere zurück, die immer wieder unerwartete Wendungen genommen hat. Für ihre aktuellen Werke nutzt sie Stoffresten der Mailänder Haute Couture. Aus den Negativformen von Kleidungsstücken entstehen teils filigrane, teils raumgreifende Textilwerke, die auf verschiedenste Weise innen und aussen zugleich sind.

Begegnung als künstlerische Praxis

Name Diffusion, Une chambre vide, 2009, 32 Rue Sorbier, Paris, Foto: Corinne Vigne-Loup, Courtesy of the artist

Für die Aktion Une chambre vide räumte Baruch 2009 ein Zimmer ihrer Pariser Wohnung leer. Während eines Monats, immer wenn am Nachtmittag die Sonne ein Rechteck auf den Holzboden zeichnete, empfing sie Gäste zum Gespräch. Die Leere ermöglichte den offenen, ungestörten Austausch. Die Wahrnehmung des Anderen, des Ichs und des wärmenden Sonnenlichts rückte in den Fokus. Im September lädt das Kunstmuseum Luzern in Anlehnung an die Aktion zu einer Reihe von Gesprächen und Referaten ein, unter anderem über feministische Ökonomie, Kunst und Markt sowie über die «Aussparungen» in Baruchs Werk. 
Agenda  Kunstmuseum Luzern

Monografie

Cover der druckfrischen Monografie von Marion Baruch

Ende Juni ist die erste, umfassende Monografie  zum Werk der 91-jährigen Künstlerin erschienen. Zahlreiche Texte, u.a. des Ko-Kurators Noah Stolz und des Kunstkritikers Andrea Viliani, geben einen vertieften Einblick in Baruchs Lebenswerk.

Aus den Sektionen

Das Oberwallis bekommt sein Kunsthaus – im Internet www.kunst-raum.ch

Vor 4 Jahren hat der Kunstverein Oberwallis zusammen mit der Gemeinde Brig beschlossen, ein Instrument aufzubauen, das die Kunstsammlung der Gemeinde Brig besser sichtbar macht. Entstanden ist aus dieser anfänglichen Idee ein virtueller Kunstraum, in dem über 500 Werke von Oberwalliser Künstlerinnen und Künstlern und solchen, die das Oberwallis thematisieren, zu sehen sind. Dieser Kunstraum existiert allerdings nicht real sondern virtuell, als Seite im Internet. Mehr ...

Kunsthaus Grenchen: Rebekka Steiger – boxing the compass, verlängert bis 20. September 2020

Rebekka Steiger, «dead wake», 2019, Tempera und Öl auf Leinwand, 300 x 250 cm © Rebekka Steiger und Galerie Urs Meile, Beijing-Luzern

Rebekka Steiger (*1993, lebt und arbeitet in Zürich, Luzern und Peking) gehört zu den aufregendsten jungen Malerinnen der Schweizer Gegenwartskunst. Ihre Malerei zeichnet sich durch unmittelbare Präsenz, aussergewöhnliche Intensität und energiegeladenen Enthusiasmus aus. Die Bildthemen sind dabei genauso vertraut wie rätselhaft. Während früher galoppierende Reiter, feenhafte Frauenfiguren und Fabelwesen im Zentrum standen, entstehen aktuell geheimnisvolle Landschaften und abstrakte Bilder. Die Werke faszinieren durch ihr Changieren zwischen Traum und Wirklichkeit sowie durch den Reichtum an Andeutungen, der die Vorstellungskraft der Betrachterinnen und Betrachter aktiviert und fesselt. Die Ausstellung im Neubau umfasst neueste grossformatige Gemälde. Mehr ...

Musée Jurassien des Arts, Moutier: Entre femmes! Jusqu'au 8 novembre 2020

Mireille Henry, Sans titre, 2005 © l’artiste

Le musée expose des œuvres de ses collections d’artistes femmes. Le corps, le nu, la nature, le paysage, l'étrange ou la perception de l’autre sont observés d’après un regard exclusivement féminin. 
Avec : Shauna Angel Blue, Jeanne Chevalier, Judith Eckert, Marguerite Frey-Surbek, Mireille Henry, Katrin Hotz, Sabine Huber, Alice Jaquet, Astrid Jordi, Brigitte Jost, Daniela Keiser, Pascale Lefebvre, Marinka Limat, Sylvie Meier-Neuhaus, Romana del Negro, Anouk Richard, Julie Schätzle, Sabine Weiss, Cécile Wick, Irène Zurkinden. En savoir plus ...

Kunsthaus Zürich: Ab 15. Mai 2020 wieder offen - Alle für 2020 geplanten Ausstellungen finden statt

Giacometti_Giovanni_Ottilia_1913

Nachdem der Bundesrat am 29. April die Lockerung der Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus für Museen ab dem 11. Mai angekündigt hat, hat das Kunsthaus Zürich entschieden, am Freitag, 15. Mai wieder seine Türen zu öffnen. Ab 10 Uhr können die Sammlung, wechselnde Ausstellungen, die Bibliothek, die Grafische Sammlung und der Shop wieder besucht werden.
Mehr dazu …

 

Kunsthalle Basel: Deana Lawson, Centropy, 9. Juni bis 11. Oktober 2020

Deana Lawson; Chief_2019

Mit sorgfältig inszenierten und zugleich sehr intimen Aufnahmen von Bekleidungsstilen, Alltagsgewohnheiten und Wohnungseinrichtungen der afrikanischen Diaspora in ihrer Heimat der USA, in Brasilien und andernorts, gelingt es Deana Lawson (* 1979), einprägende fotografische Porträts vom gegenwärtigen Schwarzen Leben zu schaffen. Mehr ...

Videos von arttv.ch über die Sektionen des Schweizer Kunstvereins

Seit 2013  kooperiert der Schweizer Kunstverein mit arttv.ch, um Videoberichte über die Sektionen und ihre Häuser zu realisieren. Dabei produziert arttv.ch im Auftrag des Kunstvereins jedes Jahr diverse mehrminütige Porträts, welche über das Internet verbreitet werden.

Zu den Videos ...