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Schweizerischer Kunstverein
Kunstmuseum St.Gallen

Francisco Sierra: Avalon, 15.11.2013–2.3.2014

«Oylen», 2012, Öl auf Leinwand 240 x 190 cm, Sammlung Kunstmuseum Bern. Photo: Dominique Uldry, Courtesy: Francisco Sierra

2013 wird bereits zum 12. Mal der MANOR-Kunstpreis St.Gallen vergeben: der diesjährige Preisträger ist Francisco Sierra. Der 1977 in Chile geborene Künstler wuchs in Herisau und St.Gallen auf. Die atemberaubende Perfektion seiner fotorealistischen Malerei und die vielschichtigen Motive mit charmant ironischer Zeitkritik fanden bereits grosse Resonanz. Die Vergabe des Manor-Kunstpreises ist verbunden mit einer umfassenden Ausstellung neuer Gemälde, die mehrheitlich für die Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen entstanden.

Wie zeitgenössische figurative Malerei aussehen könnte, auf diese Frage hat Francisco Sierra gleich mehrfache Antworten. Die unerwarteten Verschiebungen in Form und Material der dargestellten Dinge machen sein Werk doppelbödig und irritierend zugleich und damit faszinierend  zeitgenössisch, gerade weil es sich auf die grossen klassischen Traditionen der Malerei beruft. Die Objekte sind kaum je das, was sie vorzugeben scheinen.

Parallel zu einem Violinstudium brachte sich Francisco Sierra das Malen autodidaktisch bei. Der von der Firma Maus Frères SA 1982 initiierte MANOR-Kunstpreis, der inzwischen in 12 Schweizer Städten in Zusammenarbeit mit den Kunstmuseen vergeben wird, ist eine von zahlreichen Auszeichnungen, die der Künstler bislang entgegennehmen durfte. Neben dem Swiss Art Award und einem Atelierstipendium von Landis & Gyr erhielt Sierra auch mehrfach den Kiefer Halblitzel Preis für Bildende Kunst.

«Joint», 2013, Öl auf Leinwand 30 x 40 cm, Courtesy: Francisco Sierra

Mit seiner Werkreihe «Formology of Avalon» begibt er sich auf die Reise zum mythischen Ort Avalon der Artussage. Ausgangspunkt der Arbeiten sind comicartige Strichzeichnungen in Bleistift, die der Künstler rasch und in Serien zeichnet. Diese Zeichnungen bildet der Künstler im gleichen A4-Format in einem gipsartigen Material nach. Es entstehen weisse Reliefplatten mit dreidimensionalen gegenstandslosen Strukturen, deren Konturlinien den vorangehenden Zeichnungen entsprechen. Changierende Weisstöne bestimmen die abstrakten kleinen Reliefs, doch die Farbe Weiss kommt auf den Gemälden nicht mehr vor. In unendlich differenzierten Annäherungen einer minutiös entwickelten Pinseltechnik, die mit fotografischem Blick Dinge wirklichkeitsgetreu abbildet, entfernt sich Sierra vollständig von den Vorlageobjekten. Die Objekte dienen nunmehr als Ausgangspunkt eines malerischen Prozesses, der die Wahrnehmung des Objektes mit Hilfe einer differenzierten Pinselsprache erfahrbar macht.

Parallel zur Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen findet vom 28. September 2013 bis 2. Februar 2014 im Kunstmuseum Solothurn eine Präsentation mit Zeichnungen von Francisco Sierra statt. Die sich ergänzenden Ausstellungen werden von einem gemeinsamen, reich illustrierten Katalog begleitet.

Informationen zur Ausstellung

Ausstellungsdauer: 15. November 2013 – 2. März 2014
Ausstellungsort: Kunstmuseum St.Gallen
Ausstellungseröffnung: 14. November 18.30 Uhr | Kunstmuseum St.Gallen
Kurator: Roland Wäspe
Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr
Eintritt: CHF 10, AHV/IV-Bezüger CHF 8, Lehrlinge, Schüler, Studenten CHF 4
Freier Eintritt für Mitglieder des Kunstvereins St.Gallen

 

Kunstverein St. Gallen

1827 gegründet, gilt der Kunstverein St.Gallen als einer der ältesten Kulturvereine der Stadt – und mit seinen über 2'000 Mitgliedern auch als einer der grössten. Sein Ziel ist es, der Bevölkerung die Begegnung mit bedeutenden Werken der bildenden Kunst zu ermöglichen und das Kunstschaffen der Region im Kontext internationaler Gegenwartskunst zu fördern und auszustellen. Mehr Infos zum Kunstverein St. Gallen