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Schweizerischer Kunstverein
Kunst Museum Winterthur

Ab 2018 heissen das Kunstmuseum Winterthur, das Museum Oskar Reinhart und die Villa Flora neu: Kunst Museum Winterthur. Inhaltlich wird das Museum seine Traditionen weiterpflegen, den Austausch zwischen den Sammlungen intensivieren und diese in wechselnden Konstellationen präsentieren.
www.kmw.ch

Kunstverein Winterthur

Der Kunstverein Winterthur ist Träger vom Kunst Museum Winterthur. Die über 2000 Mitglieder stärken durch ihre Solidarität seine Anliegen in der Öffentlichkeit, und ihre Beiträge bedeuten eine wichtige Unterstützung für seine Tätigkeit.
www.kmw.ch/mitgliedschaft/

Aktuelle Ausstellung

Installationsansicht: Ferdinand Hodler – Alberto Giacometti
Foto: Reto Kaufmann

Ferdinand Hodler – Alberto Giacometti. Eine Begegnung, 21. April – 19. August 2018

2018 jährt sich der 100. Todestag von Ferdinand Hodler. Ein Grund, das Schaffen des grossen Schweizer Malers der Jahrhundertwende zu würdigen und einem breiten Publikum zu präsentieren. Dabei werden entschieden neue Wege beschritten, indem Hodler nicht mehr im Kontext seiner Zeit betrachtet wird, sondern dialogisch mit einer zweiten, gleichermassen herausragenden Künstlerpersönlichkeit: Alberto Giacometti. So sollen unkonventionelle gedankliche Zugänge eröffnet und Hodlers Werk auf seine inhaltliche Dimension und seine Relevanz für nachfolgende Generationen – und damit auch für uns heute – befragt werden. Im überraschenden Dialog mit Giacometti wird das Existentielle deutlich spürbar. In den Vordergrund rücken grundlegende Fragestellungen des Menschseins und damit auch Aspekte Hodlers Schaffen, welche die kulturellen Phänomene seiner Epoche weit überstrahlen. Gerade die intensive Beschäftigung mit dem Menschen, mit dem eigenen Ich, mit dem Sterben und dem Tod ist für die heutige Generation so aktuell wie eh und je. Gleiches gilt für Giacometti, dessen Schaffen in den letzten Jahren ebenfalls unter verschiedenen Aspekten aufbereitet und erforscht wurde. In der Begegnung mit Hodler, dessen Werk ihm bestens vertraut war, deuten sich Traditionslinien an, von denen aus Giacometti seine genuine Bildwelt entwickelte, die exemplarisch für das Lebensgefühl der Nachkriegszeit steht. Dabei finden sich überraschende Analogien in der permanenten Befragung menschlicher Existenz. Auch formaler Ebene zeigen sich bisher wenig beachtete Parallelen, etwa in Kompositionsschemata und der tastenden Formfindung im zeichnerischen Werk, wo einzelne Themenkreise intensiv umkreist und ausgelotet werden.
Ist Hodlers Darstellung der eindrücklichen Alpenlandschaft längst ins helvetische Bildgedächtnis eingegangen, so stehen Giacomettis Figuren exemplarisch für den Existentialismus der Nachkriegszeit. Die Ausstellung präsentiert zwei Ikonen der Moderne, die mit ihren zeitlosen Bildfindungen wesentliche Beiträge zur Kunst des 20. Jahrhunderts geleistet haben. Der Dialog zwischen Ferdinand Hodler und Alberto Giacometti eröffnet ungewohnte Perspektiven auf deren Werk und verspricht unbekannte Einblicke ins Werk der beiden Grossen der Schweizer Kunst.

Kuratoren: Konrad Bitterli und David Schmidhauser
 
Informationen zur Ausstellung
Ausstellungsdauer: 21. April – 19. August 2018
Ausstellungsort: Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus
Kuratoren: Konrad Bitterli und David Schmidhauser
Öffnungszeiten: Di 10-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr
Eintritt: CHF 19.- / 15.- (ermässigt)
Freier Eintritt für Mitglieder Kunstverein Winterthur und Galerieverein, Freunde des Museums Oskar Reinhart, Freunde der Villa Flora, Jugendliche bis zum 16. Geburtstag, Schweizerischer Museumspass, Studierende der Kunstgeschichte, Schweizer Schulklassen (in Begleitung von Lehrpersonen), AICA, ICOM, VKKS, VMS.

Weitere Ausstellungen im Kunst Museum Winterthur

Räume besetzten – Werke von Bildhauerinnen, bis 12. August 2018

Das Kunst Museum Winterthur bietet erstmals einen Einblick in seine Sammlung der Werke von Künstlerinnen, die sich mit plastischer Form, mit Körper und Raum beschäftigen. Die Ausstellung setzt mit einer männlichen Aktfigur von Germaine Richier aus dem Jahre 1940 ein – einer Skulptur im klassischen Sinne. Mit den Bronzegüssen der Winterthurerin Margrit Gsell-Heer ist auch eine ihrer Schülerinnen in der Sammlung vertreten. Ihre Plastiken stehen Meret Oppenheims Idol gegenüber, wo der Körper bloss noch angedeutet ist. Bei Heidi Bucher ist die menschliche Präsenz nur noch als Reminiszenz spürbar. Auch Marisa Merz stellt seit jeher die Figur ins Zentrum, sei es mit ihren zierlichen Köpfen aus ungebranntem Ton, sei es in ihren filigranen Objekten aus gestricktem Kupferdraht. Obschon bei Isa Genzkens Meister Gerhard die Gestalt anklingt, spielt das Besetzen des Raumes hier eine vorherrschende Rolle. Auch die Objekte der deutsch-amerikanischen Ruth Vollmer und jene von Rita McBride spielen mit dem architektonischen Raum, den sie ebenso selbstbewusst wie selbstverständlich erobern.

 Kuratoren: Konrad Bitterli, Simona Ciuccio

Allart van Everdingen Skandinavische Gebirgslandschaft mit Holzfällern und Blockhütten, um 1655.
Kunst Museum Winterthur

Dutch Mountains – Vom holländischen Flachland in die Alpen, 7. Juli – 20. Januar 2019

Niederländische Meister revolutionierten im 17. Jahrhundert die Landschaftsmalerei und prägen bis heute unsere Vorstellung holländischer Flachlandschaften. Weniger bekannt ist, dass die Wiederentdeckung der Gebirgslandschaft im Goldenen Zeitalter auch Wesentliches zur Entwicklung der Schweizer Alpenmalerei beitrug: Zu den Impulsgebern avancierten Allaert van Everdingen und sein Nachfolger Jacob van Ruisdael mit ihren skandinavischen Darstellungen. Geprägt von deren Innovationskraft begab sich der Amsterdamer Jan Hackaert mit dem Zürcher Maler Conrad Meyer bereits 1655 auf eine Expedition ins Glarnerland. Mit ihrer realistischen und geradezu modernen zeichnerischen Interpretation des Hochgebirges gelten sie als eigentliche Wegbereiter der Schweizer Alpenmalerei – Jahrzehnte bevor der Dichter Albrecht von Haller die Alpen adelte. In der Folge manifestiert sich bei zahlreichen Schweizer Künstlern des 18. Jahrhunderts eine Rezeption der holländischen Meister, die vom gefeierten Caspar Wolf bis ins 19. Jahrhundert zum international erfolgreichen Genfer Alexandre Calame reicht.

Kuratoren: Andrea Lutz, David Schmidhauser

Karin Sander, Kernbohrung, 2011
n.b.k. Neuer Berliner Kunstverein
© Jens Ziehe, Berlin

Karin Sander, 7. September – 18. November 2018

Das Schaffen von Karin Sander wirkt trotz konzeptueller Strenge leicht und verspielt. Die 1957 in Bensberg geborene und heute in Berlin und Zürich lebende Künstlerin hinterfragt grundlegende Kategorien der Kunst. Hervorgetreten ist sie mit sogenannten Wandstücken, auf Hochglanz spiegelglatt polierte Wandflächen, in denen die Künstlerin die Vorstellung von Wandmalerei neu bestimmt. Das Infragestellen traditioneller Methoden manifestiert sich auch in den Mailed Paintings, unbehandelten Leinwänden, die unverpackt Reisen durch den globalisierten Kunstbetrieb antraten und die Spuren dieser Transporte konservierten. Karin Sanders Schaffen war weltweit in bedeutenden Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York und der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen. Die Werkschau im Kunst Museum Winterthur vermittelt erstmals einen umfassenden Einblick in ihre lustvollen Untersuchungen der Kunst.

Kuratoren: Konrad Bitterli, Simona Ciuccio