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Schweizerischer Kunstverein
ArtForum Bellelay

Die Stiftung

Romain Crelier, Mise en abîme, Bellelay, 2014

Die Stiftung hat das Ziel, der historische Abteikirche von Bellelay Wert zu schätzen. Schon seit 51 Jahren werden in der Abteikirche Ausstellungen zeitgenössischer Kunst organisiert, seit 2008 allerdings steht der Dialog mit der Architektur im Vordergrund. Boris Rebetez, Christian Gonzenbach, Catherine Gfeller, Florian Graf, Rudy Decelière, Romain Crelier oder Renate Buser sind nur einige der KünstlerInnen, die in der Abteikirche in-situ Installationen entstehen liessen.

ArtForum

Renate Buser, BAROCK, 8-teilige Installation, Bellelay, 2014

Der Stiftungsrat hat im Jahr 2010 einen Verein unter dem Namen ArtForum gegründet. Der Zweck des Vereins ist es, die Stiftung in ihren Aktivitäten zu unterstützen und ihre Promotion zu fördern.

ArtForum organisiert und finanziert punktuelle Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Ausstellungen.

Video-Portrait von ART-TV zum ArtForum Bellelay 

 

2014 – Das 300-jährige Jubiläum der Abteikirche von Bellelay

Renate Buser, BAROCK, 8-teilige Installation, 1800x1482 cm, Bellelay, 2014

Zur Dreihundertjahrfeier der Abteikirche von Bellelay erweiterte die Stiftung ihr Programm und wartet im Sommer 2014 mit zwei Ausstellungen und mehreren Performances und Konzerten auf.

Vorschau – Charles-François Duplain & Philippe Queloz LUBI 503025#11

Charles-François Duplain & Philippe Queloz, LUBI 503025#1, Bellelay, 2014

Das Langzeitprojekt des Jurassischen Künstlerduos Queloz & Duplain geht mit LUBI 503025/11 in die 11 Runde. Die orange-weissen Leitkegel reisen um die Welt und machen nach Delsberg, Brüssel usw. in Bellelay halt. Sie haben ein Ziel: die Hansestadt Lübeck, wo sie 1952 erfunden wurden. Für die Installation in der Abteikirche von Bellelay werden etwa 200 Leitkegel in Keramik nachgebildet und im Kirchenschiff und dem Chor in regelmässigen Abständen aufgestellt. Durch die Veredelung eines Gebrauchsgegenstandes und die Veränderung der Farbgebung werden die Kegel ihrer Funktion, zu signalisieren oder abzusperren, beraubt. Sie wirken nunmehr filigran und treten durch ihr Erscheinungsbild in Dialog mit der sie umgebenden Architektur. Ihre Ausrichtung orientiert sich an der Stadt Lübeck. Die Ausstellung eröffnen wir mit einer Performance des Genfer Künstlers Yan Duyvendak und schliessen sie mit den Bielern Alshalt Piloten und der Performance Tape Riot ab.

Geschichte

Die Legende
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts, im Jahre 1136 nach der Legende verirrte sich Siginand, der Probst von Moutier-Grandval, beim Jagen des Wildschweins. Nachdem er drei Tage in den Wäldern der Gegend verbracht hatte, machte er ein Gelübde. Er beschloss, falls er errettet würde, am Platze, wo seine schöne Bache (französisch: belle laie) getötet worden war, eine Kapelle zu errichten und dieser den Namen des Tieres zu geben, das ihn in Gefahr gebracht hatte. Heute weiss man, dass „la belle laie“ ein grosser, schöner Wald gewesen ist, nach dem lateinischen Aus­druck „bella lagia“.

Historische Tatsachen
Historische Dokumente bestätigen tat­sächlich die Gründung der Abtei von Bellelay durch Siginand, zwischen 1140 und 1142. Die Abtei wurde von Chor­herren bewohnt, die aus der Abtei vom Lac de Joux gekommen waren. Der Orden nannte sich die Prämonstratenser Er setzte sich zum Ziel nach den Regeln des heiligen Norberts wilde Sumpfgebiete in fruchtbares Land umzuwandeln. Man gibt jedoch zu, dass der Ort, wo die Abtei von Bellelay angelegt worden ist, sorgfältig ausgewählt wurde. Dies im Gegensatz zur Legende. Sie war an der römischen Strasse gelegen, die Petinesca (bei Biel) über die Pierre-Pertuis und den Mont-Relais (Les Rangiers) mit der Ortschaft Mandeure (10 km südlich von Montbéliard) an den Ufern des Doubs verbunden hat. Im Jahre 1142 war die Abtei erstellt und Papst Innocent II. hatte ihre Besitztümer bestätigt, zu denen die Kirchen von Boécourt, St. Ursanne und Nugerol (die später die „Blanche-Eglise“ von La Neuveville genannt wird) und Weinberge am Ufer des Bielersees, usw. gehörten. Eine weise Verwaltung und viele Gunstbezeugungen machten aus Bellelay ein während mehr als 600 Jahren geachtetes und auch reiches Unternehmen. So gewährte das Konzil von Konstanz im Jahre 1414 dem Abt Henri Nerr,  der daran teilnahm, sowie seinen Nachfolgern das Recht, künftig den Ring, die Bischofsmütze und den Bischofsstab zu tragen. Damit wurde der Abt von Bellelay gewisser­massen in den Rang eines Bischofs erhoben. Die Abtei von Bellelay wurde dreimal durch Feuersbrünste zerstört. Zum ersten Mal geschah dies 1402, worauf sie sofort wieder aufgebaut wurde. Während dem Schwabenkrieg im Jahre 1499 wütete der zweite Brand diesmal durch plündernde Soldaten verursacht. Die feierliche Einweihung der neuen gotischen Kirche fand 1513 statt. Um Pfingsten 1556 verwüstete der dritte Brand die Abtei, worauf das Unheil mit Hilfe von kirchlichen Mitteln aus Solothurn und Delsberg behoben wurde.

Franz Beer – 300 Jahre Abteikirche von Bellelay
Nach Ende des 17. Jahrhunderts begann die ruhmvollste Epoche von Bellelay, während der die grossartigen Gebäude errichtet wurden, die man heute noch sehen kann. Die Herberge (das heutige „Hôtel de l’Ours“) liess der Abt Frédéric de Staal im Jahre 1698 errichten. Sein Wappen befindet sich über der Eingangstür. Unter Abt Jean-Georges Voirol aus Les Genevez wurde zwischen 1710 und 1714 die heutige Kirche in Barockstil nach den Plänen vom österreichischen Architekten Franz Beer erbaut. Das innere der Kirche ist durch ihre Schlichtheit ein Meisterwerk geworden. Wenn man sie mit der Kirche von St. Urban/LU vergleicht, die durch den gleichen Architekten gebaut wurde, wird man sich der damaligen Bedeutung der Abtei Bellelay bewusst.

 

Das Ende der Abtei
Am 15. Dezember 1797, auf dem Höhepunkt seines Ruhms, wurde Bellelay durch französische Revolutionstruppen unter General Gouvion-Saint-Cyr besetzt. Chorherren und Schüler wurden verjagt. Plünderungen und weitere unwürdige Szenen folgten sich. Die Fresken des Kirchenchors wurden mit Bleigeschossen durchsiebt, die später bei der Instandstellung wieder gefunden wurden. Am Morgen des 6. Februar 1798 verliessen die letzten Prämonstratenser Bellelay für immer. Sie hatten der Gegend viel gebracht.  Im März 1798 wurden die Güter von Bellelay verkauft und verstreut – ein legaler Diebstahl. Die Gebäude und die Besitzungen von Bellelay gingen daraufhin in die Hände von verschiedenen Besitzern über und die Kirche wurde der Reihe nach als Bierbrauerei, Glashütte, Stall, Scheune und Lagerhaus verwendet. Schlussendlich war sie in einem jämmerlichen Zustand.

Informationen

Öffnungszeiten:
14. Juni – 7. September 2014
Mo-Fr 10 - 12 Uhr / 14 -18 Uhr
Sa-So 10 - 17 Uhr

Kontakt:
Abbatiale de Bellelay
2713 Bellelay

www.abbatialebellelay.ch