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Schweizerischer Kunstverein
Mitteilungen 1/2014 – 22. Dez. 2014

 

Nachrichten von Jean-Pierre Hoby, Präsident des Schweizer Kunstvereins

Sehr geehrte Damen und Herren

Die Vorbereitung von Argumentationsgrundlagen zur Kulturförderung und die Mitwirkung an entsprechenden politischen Prozessen (Kulturpolitik) sowie die Unterstützung der Mitgliedsektionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Sektionspolitik) gehören zu den grundlegenden Aufgaben des Schweizer Kunstvereins. Sie prägten denn auch die Tätigkeit 2014.

1. Kulturpolitik

1.1. Teilnahme an der Vernehmlassung zur Kulturbotschaft 2016-2019

Gemäss Kulturförderungsgesetz wird dem Bundesparlament jeweils eine mehrjährige «Botschaft zur Finanzierung der Kulturförderung des Bundes» (Kulturbotschaft) unterbreitet, in welcher die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel festgelegt werden. Die Kulturbotschaft stellt somit eine Art „Kursbuch“ für die Kulturpolitik des Bundes dar.

Eine erste Kulturbotschaft wurde im Jahr 2011 für den Zeitraum 2012 bis 2015 verabschiedet. Nun hat der Bundesrat nach vorgängiger Anhörung der Kantone und Städte, der politischen Parteien sowie zahlreicher Kulturverbände und interessierter Organisationen am 28.November 2014 die zweite Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2016–2019 zuhanden von National-und Ständerat verabschiedet. Die Vorlage ist auf drei Handlungsachsen ausgerichtet: kulturelle Teilhabe, gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Kreation und Innovation. Der Bundesrat strebt eine kohärente nationale Kulturpolitik an und möchte die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden verbessern. Im Vergleich zur Förderperiode 2012–2015 soll das jährliche Budget um durchschnittlich 3,4 Prozent erhöht werden.

Der Schweizer Kunstverein hat sich im Rahmen der von ihm initiierten „Arbeitsgruppe visuelle Kunst“ mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass der Aspekt der Teilhabe am kulturellen Geschehen in den Vordergrund rückt. Durch Teilhabe werden die individuelle Auseinandersetzung mit Kultur und die aktive Mitgestaltung des kulturellen Lebens angeregt. Teilhabe geschieht aber nicht von selbst, sondern setzt vielfältige Vermittlungsmassnahmen voraus. Der Schweizer Kunstverein hat deshalb in der Vernehmlassung die Bedeutung von Kunsträumen betont. Diese bilden eine zentrale Scharnierfunktion zwischen lokalem, nationalem und internationalem Kunstdiskurs. Sie zeichnen sich durch Professionalität, internationale Vernetzung, Publikumsnähe und hohen Wirkungsgrad aus, stellen personelle und räumliche Infrastrukturen für Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung und leisten mit ihrer Arbeit einen wertvollen und einzigartigen Beitrag zur Vielfalt im zeitgenössischen Kulturgeschehen.

Ferner hat sich der Schweizer Kunstverein vehement für die Erhaltung von Kunstkritik und Kulturberichterstattung in den Medien engagiert. Kulturkritikerinnen und Kulturkritiker sind als kritische Dialogpartnerinnen und -partner für Kunstschaffende ebenso wichtig wie als Übersetzerinnen und Übersetzer individueller Bildsprachen für eine breitere Öffentlichkeit. Sie filtern zwischen Kultur und Kommerz, analysieren und setzen Werke und Bilder in einen Zusammenhang. Kunstkritik und Kulturberichterstattung sind jedoch im Zuge des ökonomischen Drucks auf die Medien mehr und mehr aus dem öffentlichen Blickfeld verschwinden. Das führt dazu, dass das Verständnis für kulturelle Wertmassstäbe verloren geht, die Diskussionsthemen von den finanzstärksten Playern vorgegeben werden und die Grenzen zwischen Kommerz und Kunst, PR und kritischer Reflexion erodieren.

 

1.1.   Teilnahme an Diskussionen und Hearings

Im Verlauf von 2015 werden zuerst der Ständerat und anschliessend der Nationalrat Stellung zur neuen Kulturbotschaft beziehen. Der Schweizer Kunstverein hat seine Bereitschaft erklärt, im Rahmen seiner Möglichkeiten an diesbezüglichen Diskussionen und Hearings teilnehmen.

2. Sektionspolitik

2.1. Zusammenarbeit mit art-tv

Vor dem Hintergrund der kulturpolitischen Diskussionen erachtet der Schweizer Kunstverein die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit als zentrale Aufgabe. Er hat die vor einem Jahr begonnene Zusammenarbeit mit art-tv fortgesetzt, in deren Rahmen Videoberichte über die Museen ausgewählter Mitgliedersektionen verfasst und ins Netz gestellt werden. 2014 wurden Berichte über folgende Häuser produziert:

  • ArtForum Bellelay
  • Haus für Kunst Uri
  • Musée des Beaux-Arts du Locle
  • Kunsthaus Langenthal
  • Kunsthaus Glarus

Die Zusammenarbeit wird auch im Jahr 2015 weitergehen. Die bisher entstandenen Berichte sind unter folgender Adresse abrufbar: http://www.art-tv.ch/10339-0-Schweizer-Kunstverein.html.

 

2.2. Mobile Informationsplattform und „Sektion des Monats“

Im Interesse der Öffentlichkeitsarbeit steht ferner die vom Kunstbulletin initiierte Informationsplattform Art-log.net, die vor dem Abschluss steht und Anfang 2015 aufgeschaltet wird, sowie die zehnmal pro Jahr erscheinende Publikation „Kunstbulletin.

Hinzuweisen ist schliesslich auf das Projekt „Sektion des Monats“, das den Sektionen erlaubt, sich während eines Monats mit einer besonderen Ausstellung oder einem speziellen Anlass auf der Homepage des Schweizer Kunstvereins an prominenter Stelle zu präsentieren.
http://www.kunstverein.ch/sektion-des-monats/

 

2.3. Verzicht auf generelle Reduktion der Eintrittspreise für Mitglieder des SKV

Ein Projekt konnte allerdings nicht realisiert werden. Es betrifft die Reduktion der Eintrittspreise beim Besuch der Museen der Mitgliedsektionen. Eine Umfrage ergab, dass eine Mehrheit der Sektionen aus wirtschaftlichen Überlegungen keine weiteren Reduktionen wünscht.

 

2.4. Delegiertenversammlung 2015

Unsere Delegierten- und Jahresversammlung findet am Samstag, 30. Mai 2015 beim Glarner Kunstverein im Kunsthaus Glarus statt. Bitte merken Sie sich diesen Termin vor. Die Einladung folgt später.

 

Mit freundlichen Grüssen
Jean-Pierre Hoby, Präsident des Schweizer Kunstvereins
praesident(at)kunstverein.ch

Schweizer Kunstverein
Die Dachorganisation für Kunstförderung, Kunstvermittlung und Kulturaustausch - vertritt 34 Sektionen mit 45’000 Mitgliedern und 1 institutionelles Mit­glied, Herausgeber des Kunstbulletins

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