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Schweizerischer Kunstverein
Kunstbrief 3/2008 - Juni 2008

 

Nachrichten von Peter Studer, Präsident des Schweizerischen Kunstvereins - 8. Juni 2008

 

1. Ein Coup von CVP und SVP gegen die Architektur der neuen Kulturgesetze gemäss Vorschlag des Bundesrats – Schweizerischer Kunstverein gelassen

1.1. Die Nationalratskommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) an der Arbeit

Die 25köpfige WBK hat sich bisher an drei Sitzungen unter ihrer Präsidentin Josiane Aubert SP/VD mit den beiden Gesetzesentwürfen Kulturförderungsgesetz und Pro Helvetia-Gesetz befasst. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Nach Anhörung von Interessenvertretern aus dem Kulturbereich – unter ihnen auch der Schreibende – hat die WBK mit 13:7 Stimmen Eintreten auf die beiden Gesetze beschlossen. Der deutliche Entscheid überraschte, denn im Vorfeld war viel Kritik zu hören gewesen: Die Entwürfe liessen jede Kulturvision vermissen, der sozialen Absicherung werde nicht Rechnung getragen, Pro Helvetia werde geschwächt statt gestärkt. – Präsidentenkonferenz und Vorstand des Schweizerischen Kunstvereins hatten nach einem Gespräch mit Jean-Frédéric Jauslin, Direktor des Bundesamts für Kultur, Eintreten empfohlen.

Unerwartet drang am 11. April mit 12:11 Stimmen ein von der Bildungspolitikerin Kathy Riklin CVP/ZH lancierter Vorstoss durch, die beiden Gesetzesentwürfe Kulturförderung und Pro Helvetia in ein einziges Gesetz überzuführen. Aufgrund der Vernehmlassungen 2005 darf vermutet werden, dass die CVP eine Effizienzsteigerung und zugleich die Aufwertung der Pro Helvetia anstrebt, während die mit ihr stimmende SVP eher das Gegenteil bezweckt (Pro Helvetia in die Staats-PR Agentur "Présence Suisse" eingliedern). Die Absicht der CVP ergibt sich auch aus Artikeln, die Kathy Riklin in der NZZ und im Tages-Anzeiger publiziert hat. Riklins Argument: Im Forschungsbereich sei der wesentlich besser als die Pro Helvetia ausgestattete "Nationalfonds" ebenfalls im allgemeinen Gesetz untergebracht; das verringere die Schnittstellen und erleichtere eine wesentliche inhaltliche Verbesserung des "Hauptgesetzes": Steuerung der Kulturpolitik durch das Bundesamt für Kultur, Förderungs- und Austauscharbeit im In- und Ausland wesentlich bei der Pro Helvetia. Zudem werde eine Konzentration die Arbeit des vom Schweizerischen Kunstverein und andern angestossenen konsultativen "Kulturrats" erleichtern (vgl. Kunstbrief 2/2008).

Die auf Anregung des Dachverbands der Kulturschaffenden SUISSECULTURE entstandene "Table Ronde" der Kulturorganisationen hat sich mit der entstandenen Lage befasst. Erstens ist noch nicht sicher, ob der Nationalrat und später Ständerat die Zusammenlegung mittragen werden. Zweitens bestätigen mehrere Forschungsspezialisten (so der Ethiker Prof. Sitter-Liver), dass das Präjudiz "Nationalfonds" durchaus zutrifft. Drittens wollen die Kulturorganisationen jetzt ihre Anstrengungen auf die einzelnen Verbesserungen konzentrieren – etwa unter dem Motto "besser ein besseres Gesetz als zwei 'halbbatzige' ".

 

1.2. Kulturgesetzdebatte, Detailbereich

Zwar scheint sich die WBK weitgehend einig zu sein, dass die Verbesserung der sozialen Sicherheit von Kulturschaffenden mit ihren befristeten und oft kurzen Anstellungen dringend ist. Dennoch hat sie es abgelehnt, das Anliegen – sogar nur mit einer Rahmenbestimmung – in das Kulturförderungsgesetz aufzunehmen. Auch Bundesrat Couchepin hat sein Versprechen, bis Ende 2007 einen Vorschlag zu präsentieren, nicht eingehalten. Obwohl SUISSECULTURE ein taugliches, auf Selbsthilfe und nicht auf "Verstaatlichung" zielendes Modell vorgelegt hatte. Diese Verweigerungshaltung ist nicht akzeptabel. Hoffentlich werden die Kulturorganisationen dereinst nicht gezwungen, ihre Referendumsfähigkeit zu beweisen.

Die WBK hat ferner beschlossen, auch den verbesserten Zugang zur Volkskultur zu ermöglichen (15:6 Stimmen) – wobei es etwas pikant anmutet, dass der "Begriff Volkskultur" in der Romandie so nicht existiert, wie die frühere Pro Helvetia-Präsidentin Yvette Jaggi in Le Temps bemerkte.

Die Beratungen verlaufen langsam. Laut Mitgliedern liegen von mehreren Seiten Anträge auf dem Tisch, die noch nicht andiskutiert, geschweige denn ausdiskutiert sind.

Am 6. Juni haben der Schreibende (Moderation), Nationalrätin Kathy Riklin, visarte-Geschäftsführerin Sonja Kuhn und Kunst-Bulletin Chefredaktorin Claudia Jolles auf Einladung der ART Basel in der Halle "Unlimited" "Switzerland's new Culture laws" diskutiert (in Englisch).

2. Das Kunst-Bulletin jubiliert – und hofft auf mehr Abonnements aus den Sektionen

Seit 40 Jahren erscheint das Kunst-Bulletin. Es hat heute eine stolze Auflage von 13'000 Exemplaren und eine wachsende "Inseratplantage", die es zur grössten Kunstzeitschrift der Schweiz machen. Chefredaktorin (und SKV-Vorstandsmitglied) Claudia Jolles und der Schreibende für den SKV als Herausgeber machen sich Sorgen über die ganz leichte Abnahme des Abonnentenstamms, da uns treue alte Leserinnen und Leser "wegsterben". Nach einer fast ausschliesslich positiv lautenden Leserbefragung durch ein wissenschaftliches Institut ist mit dem soeben ausgelieferten Heft 6/2008 die sanfte Renovation umgesetzt worden, die ein etwas breiteres Format, eine stringentere Heftarchitektur, mehr Weissraum und grössere Bilder bringt. Als altgedienter Zeitungs- und Zeitschriftenmann rufe ich dem Renovationsteam zu: Chapeau! Damit steigt der Appeal auch für eine jüngere Generation, und wir bitten um Mithilfe der Sektionen: Es darf doch nicht sein, dass von den 13'000 ausgelieferten Exemplaren nur 4000 an die 46'000 Mitglieder des Schweizerischen Kunstvereins gehen!

Vormerken: Am Freitag, 22. August, findet abends ab 20.30 Uhr ein kleines Fest zum Geburtstag des "Kunst-Bulletin" unter den Bögen des Zürcher Helmhauses an der Limmat statt.

3. Die Arbeiten an den Projekten des Schweizerischen Kunstvereins laufen plangemäss

- Ausstellung "Eingriffe im Umfeld von SAC-Hütten" (Leitung beim Schweizerischen Alpenclub, verantwortlich ist der vom Schweizerischen Kunstverein vermittelte Kurator Andreas Fiedler)

- Grösseres Projekt der Kunstvermittlung mit mehreren Facetten

- "Sammeln in der Schweiz" Band II, Gegenwartskunst (Leitung beim Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft)

Wir werden berichten.

 

Sektionsbesuche

Der Schreibende wiederholt sein Angebot, auf Wunsch der Sektionen an Vorstandssitzungen oder Generalversammlungen, allenfalls auch an Sonderanlässen, über den Schweizerischen Kunstverein und die neuen Kulturgesetze zu referieren (Folien und Bilder).

4. Hotline Sections

Société Vaudoise des Beaux-Arts

Chers Membres de la Société Suisse des Beaux-Arts, La Société Vaudoise des Beaux-Arts (svb-a) organise régulièrement des visites d'expositions et de sites culturels, commentées par des guides qualifiés, en Suisse et à l'étranger et prépare deux voyages à thème culturel par an, l'un d'une semaine, l'autre de trois ou quatre jours.
Avec nos très cordiales salutations à toutes et à tous.
Edith Carey, Présidente de la svb-a

Voici notre programme pour le 2e semestre 2008


Neue Sektion und erstes institutionelles Mitglied des Schweizerischen Kunstvereins
An der Delegiertenversammlung am 17. Mai 2008 konnten wir den Kunstverein Oberer Zürichsee als 33. Sektion und die Zürcher Hochschule der Künste als erstes institutionelles Mitglied des Schweizerischen Kunstvereins aufnehmen.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Peter Studer,
Präsident des Schweizerischen Kunstvereins
praesident(at)kunstverein.ch
 

Schweizerischer Kunstverein
Die Dachorganisation für Kunstförderung, Kunstvermittlung und
Kulturaustausch - vertritt 33 Sektionen mit rund 46'000 Mitgliedern und 1 institutionelles Mitglied
Herausgeber des Kunst-Bulletins

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