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Schweizerischer Kunstverein
Kunstbrief 1/2009 - Februar 2009

 

Nachrichten von Peter Studer, Präsident des Schweizerischen Kunstvereins – 12. Februar 2009

1. Kulturpolitik

Stand der Debatte um das neue Kulturförderungsgesetz KFG im Nationalrat: Im Kunstbrief 5/2008 habe ich das bisherige Resultat für Sie zusammengefasst; im selben Kunstbrief kann der Link zu den Entwürfen der Nationalratskommission und des Bundesrats benutzt werden. Erst neun der insgesamt 27 Artikel konnten in der Septembersession 2008 beraten werden. Am 2. und 3. März 2009 ist das Geschäft nun wieder traktandiert. Die Kulturlobbys sind aktiv, um das im Kommissionsentwurf Erreichte zu konsolidieren. Als Präsident des SCHWEIZERISCHEN KUNSTVEREINS wirke ich in zwei Lobbys mit, die sich beide brieflich an die Nationalräte wenden: die "Table Ronde" des Dachverbands der Kulturschaffenden SUISSECULTURE (Ruth Schweikert) sowie die INTERESSENGEMEINSCHAFT KFG, die sich auf die Stiftung der Wissenschaften und Künste abstützt (Prof. Beat Sitter-Liver). Sehr unzufrieden mit dem von der Nationalratskommission umgekrempelten Entwurf des Bundesrats ist der "Kulturminister", Bundesrat Couchepin. Er sagte, er hätte lieber kein Gesetz als dieses, das Couchepins Bundesamt für Kultur die Kompetenzen der operationellen Kulturförderung entziehen will, um sie der öffentlichrechtlichen Stiftung Pro Helvetia zuzuschieben.

Die "Table Ronde" der SUISSECULTURE möchte unbedingt den Antrag Bortoluzzi (SVP) sichern, der erfolgreich einen Beitrag an die berufliche Vorsorge der Kulturschaffenden einbrachte (ohne teure Zusatzbürokratie; fünf vernetzte Vorsorgeeinrichtungen bieten jetzt einen gemeinsamen Plan für Freischaffende an). Wie die Suisseculture will die Kommission (in einer Motion) für temporär beschäftigte Kulturschaffende noch etwas mehr tun. Ohne einen Schritt in diese allgemeine Richtung würde Suisseculture das Gesetzesprojekt am Ende bekämpfen. Im übrigen, wie die Nationalratskommission: Kulturpolitik beim Bundesamt; konkrete Kulturförderung, auch mit Werkbeiträgen, bei Pro Helvetia.

Die INTERESSENGEMEINSCHAFT hat den Finger noch auf einen weiteren wunden Punkt gelegt. Im Gesetzesentwurf der Nationalratskommission steht, die Pro Helvetia müsse sich vor Entscheiden über Gesuche von einer "höchstens 13köpfigen Fachkommission" in allen Kultursparten verbindlich beraten lassen. Das hält die Interessengemeinschaft zu recht für unseriös. Dafür brauche es eine grössere Fachkommission mit Unterausschüssen oder gar mehrere Fachkommissionen.

Der SCHWEIZERISCHE KUNSTVEREIN teilt die ansonsten ähnlichen Hauptanliegen beider Lobbys. Sein eigener Schwerpunkt 1 war die Schaffung eines unabhängigen Kulturrats aus Persönlichkeiten – nicht Verbandsfunktionären – zur Begutachtung der bundesrätlichen Kulturpolitik. Schwerpunkt 2: Der Bund "kann bei Kunstausstellungen von gesamtschweizerischer Bedeutung Beiträge an die Versicherungsprämien für Leihgaben leisten" (Art. 9 Absatz 1). Vor allem die grösseren und mittleren Museen leiden unter rasant steigenden Versicherungskosten für Ausstellungen mit Leihgaben (die ebenso wesentlichen Sammlungsversicherungen sind im Gesetzesvorschlag der Nationalratskommission [noch] nicht erfasst). Bei einer wichtigen Ausstellung werden heute ökonomische Grenzen überschritten: Für eine Bonnard-Ausstellung musste das Kunstmuseum Winterthur Versicherungskosten über CHF 100'000 berappen; für die Sommerausstellung 2009 Giacometti setzt die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel Versicherungskosten von  CHF 1 Mio. ein.

Beide Schwerpunkte hat nicht der Bundesrat, sondern die Nationalratskommission aufgegriffen. Couchepin ist sowohl gegen den Kulturrat wie auch gegen die Versicherungshilfe. Kennen Sie Nationalräte? Sprechen Sie diese an.

2. Aktuell - Actualités

Tagung über das Verhältnis zwischen Privatsammlungen und öffentlichen Kunstmuseen am 4. Mai 2009, nachmittags, am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA: Der Schweizer Kunstverein ist Mitorganisator. Voraussichtlich werden nicht alle 200 Plätze dieser Tagung (kein Eintrittsgeld) besetzt. Sollten Mitglieder des Kunstvereins an einer Teilnahme Interesse haben, können sie sich auf der Geschäftsstelle melden (info(at)kunstverein.ch). Der Präsident wird die noch verfügbaren Plätze anfangs April in Absprache mit dem Direktor SIK-ISEA zuteilen.
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Zweiter Preis für Kunstvermittlung in der Schweiz 2009: Der Schweizerische Kunstverein und visarte.schweiz schreiben zum zweiten Mal den Preis für Kunstvermittlung in der Schweiz aus. Die Preissumme beträgt CHF 10'000 und wird alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit oder eine Institution verliehen, die sich nachhaltig um Kunstvermittlung verdient gemacht hat. Das Anmeldeformular mit den Teilnahmebedingungen steht hier ab 20. Februar 2009 zum Download bereit unter: http://www.kunstverein.ch/aktuell.html und http://www.visarte.ch/index.php?link=1

Deuxième prix de la diffusion des arts visuels en Suisse 2009: Pour la deuxième fois, la Société Suisse des Beaux-Arts et visarte.suisse mettent au concours le prix de la diffusion de l'art visuel en Suisse. Le prix est doté de CHF 10'000 et est décerné tous les deux ans à une personnalité ou à une institution qui s'engage de manière durable pour la diffusion artistique. Vous pouvez télécharger ici le formulaire d' inscription avec les conditions de participation à partir du 20 février 2009:  http://www.kunstverein.ch/aktuell.html und http://www.visarte.ch/index.php?link=1
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Kunst+Hütten=Kunsthütten? - Projekt in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Alpenclub: Der Kurator Andreas Fiedler erläutert in der Zeitschrift «Die Alpen» die Hintergründe des ungewöhnlichen Projekts: http://alpen.sac-cas.ch/html_d/archiv/2009/200901/ad_2009_01_03.pdf

L'art dans les  cabanes: des galeries, maintenant? – Projet en coopération avec le Club Alpin Suisse: Le commissaire, Andreas Fiedler, présente dans la revue «Les Alpes»  ce projet original:  http://alpen.sac-cas.ch/html_f/archiv/2009/200901/af_2009_01_03.pdf


Noch mehr zu Projekten des Schweizerischen Kunstvereins lesen Sie hier: http://www.kunstverein.ch/projekte.html

3. Infos der Geschäftsstelle – Informations du sécrétariat

Delegiertenversammlung 2009 am Samstag, 16. Mai 2009 in Luzern: Im Namen des Präsidenten und des Vorstands des Schweizerischen Kunstvereins laden wir Sie zur Delegiertenversammlung am Samstag, 16. Mai 2009 im Kunstmuseum Luzern http://www.kunstmuseumluzern.ch ein. Bitte reservieren Sie diesen Tag in Ihrer Agenda.

Assemblée des délégués 2009 le samedi 16 mai 2008 à Lucerne: Au nom du Président et du Comité de la Société Suisse des Beaux-Arts, nous vous convions à l'Assemblée des délégués qui se tiendra le samedi, 16 mai 2009 au Kunstmuseum de Lucerne http://www.kunstmuseumluzern.ch. Nous vous prions de réserver cette journée dans votre agenda.
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Kunsthalle Winterthur: Anna Kanai Proudly Presents William Earl Kofmehl III

Auf Einladung von Anna Kanai, Künstlerin und Kuratorin sowie Gewinnerin des Quiz «A tout prix – 40 Jahre Kunstbulletin für junge Nachwuchskuratoren», eröffnet William Earl Kofmehl III seine Ausstellung in der Kunsthalle Winterthur http://www.kunsthallewinterthur.ch/Aktuell.htm mit der Performance Alpine Drama. 22. Februar – 5. April 2009;
Vernissage Samstag 21. Februar 2009 17 Uhr; Künstlergespräch: Dienstag 17. Februar 18.15 Uhr

Download Kunstbrief 1/2009 - Februar 2009 im PDF-Format.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Peter Studer,
Präsident des Schweizerischen Kunstvereins
praesident(at)kunstverein.ch
 

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Die Dachorganisation für Kunstförderung, Kunstvermittlung und
Kulturaustausch - vertritt 32 Sektionen mit rund 46'000 Mitgliedern und 1 institutionelles Mitglied
Herausgeber des Kunst-Bulletins

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