Page Navigation

Jump to content
Schweizerischer Kunstverein
Peter Aerschmann (2011)

«BABEL» - interaktive Videoinstallation

Für die interaktive Videoinstallation «BABEL» wird der Berner Videokünstler Peter Aerschmann über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr mit seiner Kamera ausgewählte Grossbaustellen auf der ganzen Welt erforschen: In China treibt das Wirtschaftswachstum immer neue Stadtteile aus dem Boden, in Dubai wurde soeben der höchste Wolkenkratzer der Welt beendet und auch Brasilien entwickelt sich parallel zur Fussball-WM 2014 und Olympia 2016 zu einer der weltgrössten Baustellen.

Das mit jeder Reise wachsende Bildarchiv wird vom Künstler jeweils im Atelier bearbeitet und bildet den Baukasten für eine Serie von Videoanimationen für die interaktive Videoinstallation «BABEL». Dabei entstehen Bildexperimente, die auf der  Website des Schweizer Kunstvereins in Form eines sich laufend entwickelnden «elektronischen Skizzenbuchs» die Projektentwicklung dokumentieren. Daraus wird eine Serie von fünf abgeschlossenen Videoarbeiten entstehen, die als Werkgruppe das gemeinsame Thema der Baustelle verbindet. Als Hauptarbeit wird die interaktive Videoinstallation «BABEL» in Form einer Ausstellung präsentiert werden.

Die Erzählung des Turmbaus zu Babel aus dem Alten Testament scheint heute aktueller denn je: In Zeiten der Globalisierung arbeiten Menschen aus allen Erdteilen an gigantischen Grossprojekten - Türme erheben sich in nie da gewesene Höhen und die weltweite Vernetzung treibt die Bauten mit hohem Tempo voran. Seit Beginn der Krise rund um den Einbruch der globalen Finanzmärkte stehen viele dieser gigantischen Bauvorhaben auf wackligen Fundamenten – Baustellen und Ruinen rücken näher zusammen...

Wie beim Einsturz des Turmes zu Babel wird in der interaktiven 3-Kanal-Videoinstallation die Kommunikation eine zentrale Rolle spielen. Die Baumaschinen, Kräne und Arbeiter der virtuellen Baustelle werden mit zahlreichen Knöpfen, Schaltern und Sensoren im Ausstellungsraum gesteuert und mit Mobiltelefonen können sogar von ausserhalb Befehle an die Installation gesendet werden. Aber auch Zufallsgeneratoren bestimmen die Szene und einzelne Eigenschaften der Baustelle werden mit Börsenkursen aus dem Internet verknüpft. Die vielen Parameter entziehen dem Einzelnen somit die Kontrolle und die Interaktionen werden auf der «globalen Baustelle» ad absurdum geführt.

Peter Aerschmann

1969 geboren in Fribourg, lebt und arbeitet in Bern.
1991 -1992 Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel
1994 -1999 Hochschule der Künste Bern

Peter Aerschmann arbeitet seit 1999 als Künstler auf dem Gebiet Video und interaktive Computerinstallationen.

Seine Arbeiten wurden international ausgestellt in Galerien, Festivals und Museen, unter anderen im National Art Museum of China (2009); Musée d’Art Moderne Luxembourg (2009); Moscow House of Photography (2009); Maison Européenne de la Photographie (2008), Paris; Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Berlin (2008); Kunsthalle Fri-Art, Fribourg/CH (2007); The Margulies Collection at the Warehouse, Miami (2008); ZKM - Medienmuseum, Karlsruhe/D (2007); Kunstverein Freiburg/D (2006);  Kunstmuseum Bern (2005); Centre pour l'image contemporaine, Genève (2002).

Preise umfassen u.a. den Swiss Art Award (2002), den Aeschlimann-Corti Preis (2006) und Stipendien in New York und Berlin.

Aerschmann wird durch die Galerien Anne De Villepoix in Paris und Annex14 in Bern vertreten.

Künstlerportrait

arte im Atelier von Peter Aerschmann im Kulturzentrum PROGR in Bern 

Sehen Sie hier das Video

Website von Peter Aerschmann

www.aerschmann.ch

© Peter Aerschmann