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Kunstmuseum Olten: Lucie Schenker, Edit Oderbolz, Reto Pulfer, weiche Raster, 9. Sept. - 11. Nov. 2018

Lucie Schenker: Spirale, 2003. Acrylglas, ø 90 cm © Künstlerin
Edit Oderbolz: Slip Out, 2012, Armierungsstahl, Lack, Stoffe, 230 x 280 x 200 cm © Künstlerin
Reto Pulfer: Rohzustand Vergänglichkeit, 2016. Div. Materialien, Installationsansicht Swiss Art Awards 2016 © Künstler


Das Werk Lucie Schenkers (*1943) ist untrennbar mit dem Textilen verbunden. Damit steht es exemplarisch für die Arbeit einer ganzen Generation von Schweizer Kunstschaffenden, die sich mit taktilen Strukturen und Geweben auseinandergesetzt haben. Heute ist wieder ein erstarktes Interesse an der spezifischen Qualität textiler Techniken zu beobachten. Um in experimenteller Form einen Beitrag zur Reflexion über dieses Phänomen zu leisten, nutzt das Kunstmuseum Olten das Werk der St. Gallerin als Ausgangspunkt für ein Ausstellungsprojekt mit drei Kunstschaffenden unterschiedlichen Alters. Eine Begleitpublikation kontextualisiert das Vorhaben. 

Charakteristisch für die skulpturale Sprache Lucie Schenkers ist der Gebrauch von Textilien, Plexiglas, Plastikfolie, Eisen oder Eisendraht, die sie zu gewobenen oder gestrickten Strukturen von eindrücklicher Materialität verarbeitet. Ihre Installationen wirken oft wie in Auflösung begriffen oder aufgebrochen. Dass durchscheinendes Licht den dichten Werkstoffen Transparenz und Leichtigkeit verleiht, ist ein zentrales Anliegen ihrer Kunst. Die umgebende Architektur wird dadurch in Szene gesetzt, ohne den Raum zu dominieren. 

Edit Oderbolz (*1966) beschäftigt sich in ihren dreidimensionalen Werken ebenfalls intensiv mit Lesarten von Raum und Material. In minimalistischer Formensprache kreiert sie mit einfachen Setzungen Objekte und Installationen aus so unprätentiösen Materialien wie Holzperlen oder Spanplatten, Teppichen, Stoffen und Armierungseisen. Humorvoll und poetisch aktiviert sie das emotionale Potential und die Geschichten dieser Gegenstände. Zugleich verraten ihre abstrakten, assoziationsreichen Skulpturen eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Architektur. 

Das breitgefächerte Werk von  Reto Pulfer (*1981), welches neben bildnerischen und skulpturalen Arbeiten auch Performance, Musik und literarische Texte umfasst, ist gleichwohl im Textilen verhaftet. Mit aufgespannten, teils bemalten oder zusammengestückten Tüchern bildet Pulfer immersive Installationen, die wie begehbare Malerei wirken. Der Stoff ist zugleich Metapher und Substanz der vom Künstler evozierten synästhetischen Zustände. Sein zur Ausstellung erscheinender Roman «Dschina» wird Arbeiten gegenübergestellt, die parallel zum Schreiben entstanden sind.

Vernissage: Samstag, 8. September, 18.30 Uhr

 

Kunsthalle Basel: Sanya Kantarovsky, Disease of the Eyes, 31. Aug. 2018 –11. Nov. 2018

Sanya Kantarovsky Plakat zur Ausstellung Disease of the Eyes, Kunsthalle Basel, 2018, Gestaltung: Ben Brodmann

Die opulenten, stimmungsvollen Bilder von Sanya Kantarovsky (*1982) vereinen ironischen Humor und Silhouetten zeitgenössischer Charaktere mit beissenden Farbtönen und stilistischen Wendungen, die an den Maler Paul Gauguin erinnern. Eine Auswahl neuer und aktueller Gemälde bereitet die Bühne für die Premiere des neuen Animationsfilms des in Russland geborenen Künstlers – sein bis dato grösstes Filmprojekt. Mehr...

 

Vernissage Do, 30. August, 2018, 19 Uhr

Auftragsvideos von arttv.ch für die Sektionen, 6. Staffel

Der Schweizer Kunstverein setzt die Zusammenarbeit mit arttv.ch auch dieses Jahr fort. Nachdem der Schweizer Kunstverein in den vergangenen Jahren von einer privaten Stiftung bei der Finanzierung der Videoportraits unterstützt hatte, übernimmt ab diesem Jahr und auch für die Jahre 2019 und 2020 die Ernst Göhner Stiftung diese Rolle. Dank dieser Unterstützung können neu 6 statt bisher 5 Sektionen und ihre Häuser pro Jahr portraitiert werden.  Fernziel ist die Präsenz von sehr kurzen, dem Fernsehzuschauer angepassten Beiträgen in den Programmen von Lokal­fernsehstationen. Alle Videos können hier angeschaut werden: arttv.ch

 

 

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 sowie dem aktuellen Kunstgeschehen verlinkt.

Kunstbulletin
Kunstbulletin ist die meistgelesene Kunstzeitschrift der Schweiz. Kunstbulletin informiert über das laufende Kunstgeschehen und reflektiert dessen vielfältige Facetten. Die Publikation erscheint als Printausgabe 10 x jährlich mit Künstlerporträts, Interviews, theoretischen Beiträgen, Besprechungen, Hinweisen, Notizen, Ausschreibungen, Artjobs und einer ausführlichen Ausstellungsagenda. Seit 1998 fliessen ein Teil der Texte und die Daten der Ausstellungsagenda in ein Online-Archiv. Kunstbulletin ist redaktionell unabhängig und finanziert sich über Abos
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